Bayern- und DFB-Akteur Diese sieben Eigenschaften machen Jamal Musiala so stark

Analyse | Düssedorf · Jamal Musiala ist ein Phänomen. Der Nationalspieler und Bayern-Akteur wirkt oft recht unscheinbar und schmächtig, trumpft aber immer wieder groß auf und verzaubert Experten wie Mitspieler. Diese sieben Eigenschaften zeichnen den WM-Hoffnungsträger besonders aus.

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Das ist Jamal Musiala

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Mit 16 Jahren zum FC Bayern, mit 17 sein erstes Champions-League-Tor, mit 18 zur EM und mit 19 zum größten Hoffnungsträger im DFB-Team: Jamal Musiala steht zwar noch relativ am Anfang seiner Karriere, seine Leistungskurve zeigt aber schon jetzt ganz steil nach oben. Viele Experten sagen dem Bayern-Juwel bereits nach, dass er alle Fähigkeiten besitzt, um ein absoluter Weltstar zu werden. Doch was genau zeichnet den Offensivmann denn eigentlich aus? Ein Überblick über die sieben stärksten Eigenschaften des Bayern-Profis.

Sein Ballgefühl Schon in seiner Jugendzeit entzückte Musiala die Talentsucher dieser Welt mit seiner extrem engen Ballführung. Bayern-Scout Marco Neppe sprach einst von „spinnenartigen Dribblings“, die den jungen Kicker auszeichnen würden und für die gegnerischen Spieler nur sehr schwer zu verteidigen seien. Auch unter Druck schafft es der 19-Jährige immer wieder Lösungen zu finden. Häufig sind es zwei schnelle Kontakte zwischen seinem linken und rechten Fuß, die ihm den nötigen Platz beim Dribbeln verschaffen. Und auch seine Mitspieler profitieren von seiner Ballbehandlung, wie es beispielsweise sein Bayern- und DFB-Kollege Thomas Müller beschrieb: „Es ist schon so, dass man ihm den Ball in gewissen Situationen gerne gibt, weil man sagt: ‚Okay, jetzt spiele ich den Jamal an, weil ich weiß, was er am Ball kann.“ Fußball-Legende Lothar Matthäus verglich Musiala in dieser Hinsicht sogar schon mit dem argentinischen Weltfußballer Lionel Messi.

Sein Gespür für den Raum Wenn Musiala mit dem Rücken zum gegnerischen Tor angespielt wird, entscheidet er sich meist intuitiv für die richtige Seite, zu der er sich dann mit dem Ball aufdreht, um an seinem Gegner vorbeizuziehen. In vielen Fällen dringt er auf dem Spielfeld so in freie Räume ein, die für den normalen Fußball-Fan Sekunden zuvor noch gar nicht ersichtlich waren. So scheint das Bayern-Juwel auch seinen Gegenspielern häufig einen Schritt voraus zu sein.

Seine Durchsetzungskraft Trotz seiner nicht gerade imposanten Erscheinung und körperlichen Präsenz behält Musiala auch in harten Zweikämpfen die Oberhand. Nicht nur deswegen wurde der 1,83 Meter große und 70 Kilo schwere Nationalspieler von seinen Trainern auch auf tieferen Position eingesetzt. Bundestrainer Hansi Flick hat bereits verraten, dass er während seiner Zeit als Bayern-Trainer öfter darüber nachgedacht hat, Musiala auf der Sechs spielen zu lassen. „Jamal ist sehr schlau im Zweikampf. Er kriegt immer den Fuß dazwischen, um den Ball zu klauen“, so die Argumente von Flick. Und obwohl er durch seine vielen Ballaktionen, oftmals selber nur mit einem Foul gestoppt werden kann, hat der schmächtige Musiala in seiner jungen Karriere bislang keine großen Verletzungen erleiden müssen.

Seine Unbekümmertheit Sportkommentator Wolff-Christoph Fuss brachte es in einem TV-Talk auf dem Punkt: „Das Besondere an Musiala ist, dass er selbst noch gar nicht weiß, wie gut er überhaupt ist“. Sein Spiel wirkt dadurch meist sehr unbeschwert. Eine schnelle Körpertäuschung hier, ein lässiger Hacken-Pass da – Musiala scheint nur wenige Gedanken daran zu verschwenden, dass eine Aktion auch mal nach hinten losgehen könnte. Selbst in seinem jungen Alter fordert das Bayern-Juwel bereits sehr viele Bälle von seinen Mitspielern.

Seine Beweglichkeit Es genügt bereits, Jamal Musiala nur ein paar Minuten auf dem Platz zu beobachten, um festzustellen, dass sich der junge Kicker ein deutliches Stück geschmeidiger über den grünen Rasen bewegt, als manch anderer Kollege. In Kombination mit seiner Ballgewandtheit und einer guten Balance „schlängelt“ er sich so durch die Abwehrreihen und ist für den Gegner kaum zu halten. Zwar ist Musiala mit seinem Top-Speed von 34,09 km/h – im Vergleich zu seinem Teamkollegen Alphonso Davies (36 km/h) – kein absoluter Sprinter-Typ, doch durch seine flotten Drehungen und seine Reaktionsschnelligkeit kann der 19-Jährige dennoch viel Tempo aufnehmen und Lücken reißen.

Seine Torgefahr Auch wenn der Offensivspieler bisher bei Weitem nicht an die Tor-Quoten eines Robert Lewandowskis, eines Kylian Mbappés oder eines Karim Benzemas heran kommt, zappelt der Ball doch recht häufig im Netz, wenn Musiala im Strafraum frei zum Schuss kommt. Bei seinen Torabschlüssen fällt auf, dass der 19-Jährige am liebsten aus dem Halbraum kommend nach innen zieht und kurz vor seinem Schuss oft noch einmal kurz abstoppt und verzögert, um den Abwehrspieler vorbeirauschen zu lassen und dem Torwart keine Chance zum Reagieren zu geben. Aber auch als Vorlagengeber trumpft er auf. In 100 Spielen für den deutschen Rekordmeister kommt der Teenager auf 27 Tore und 15 Assists.

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Foto: dpa/Kirsty Wigglesworth

Seine Bodenständigkeit Seit seinem Debüt bei den Bayern ist ein ganz schöner Rummel um seine Person entstanden. Dennoch wirkt es zurzeit nicht so, als würde das enorme Medieninteresse Musiala davon abringen, sich voll auf seine Karriere zu konzentrieren. Im Gegensatz zu manch anderen hochgelobten Top-Talenten, die schnell mal abwinken oder gar stehen bleiben, wenn ihnen der Ball mal nicht millimetergenau in den Fuß gepasst wurde, arbeitet der 19-Jährige demütig für seine Mannschaft und regt sich auch nicht auf, wenn er mal heftiger gefoult wird. Und auf seinen Social-Media-Kanälen gibt er auch nur vereinzelt private Einblicke und stellt seine starken Leistungen dort auch nicht groß zur Schau. Diese Einstellung lobte auch sein aktueller Bayern-Trainer Julian Nagelsmann im vergangenen Jahr: „Er ist keiner, der sich abfeiert für gute Leistungen, sondern einer, der mehr will.“

Und vielleicht verläuft die Karriere von Musiala ja gerade deshalb so rasant - nicht nur beim Rekordmeister, sondern auch in der Nationalmannschaft.

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