Integrationsbeauftragte bezeichnet Mesut Özil und Ilkay Gündogan als schlechte Vorbilder

Treffen mit Erdogan : Integrationsbeauftragte bezeichnet Özil und Gündogan als schlechte Vorbilder

Nach Ansicht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung haben Mesut Özil und Ilkay Gündogan auf ihren Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan schlechte Vorbilder abgegeben. Auch Christian Lindner übte Kritik.

„Ich erwarte nicht, dass ein Fußballer von Heute auf Morgen Diplomat wird. Aber ich erwarte von einem Fußballnationalspieler, dass er sich seiner Funktion bewusst wird“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Viele Kritiker von Erdogan steckten in Gefängnissen, sagte Widmann-Mauz. Das passe nicht zum Leitbild der DFB-Kampagnen und zu den Werten, die die Nationalmannschaft nach außen vertrete - erst recht nicht vor einer Weltmeisterschaft und vor Wahlen in der Türkei.

Fußball-Bundestrainer Löw zeigt Verständnis für Özil und Gündogan

Özil und Gündogan hatten dem türkischen Präsidenten Erdogan bei einem Termin in London Trikots ihrer Vereine überreicht. Die von Erdogans Partei veröffentlichten Bilder hatten harsche Kritik ausgelöst. Die DFB-Spitze hatte ihnen vorgehalten, beide hätten sich für ein Wahlkampfmanöver „missbrauchen lassen“. Auch Teammanager Oliver Bierhoff äußerte Unverständnis.

Gündogan zufolge sollte mit dem Auftritt keine politische Botschaft verbunden gewesen sein. Widmann-Mauz lobte, dass sich Gündogan und Özil nach dem Skandal erklärt hätten. Sie finde es richtig, dass beide für den vorläufigen WM-Kader nominiert sind.

Auch FDP-Parteichef Christian Lindner hat die beiden Nationalspieler kritisiert.. „Als Sportidole haben Fußballstars eine Vorbildfunktion. Es ist sehr bedauerlich, dass sich Gündogan und Özil nun mit Erdogan zeigen, der die einst laizistische Türkei in eine islamistische Präsidialdiktatur verwandelt“, sagte Lindner.

Der deutsch-türkische Fußballer Deniz Naki schaltet sich ebenfalls in die Diskussion ein:. „Was Özil und Gündogan da mit dem Trikot für Erdogan machen, geht gar nicht“, wird der frühere Profi des FC St. Pauli und des SC Paderborn vom Internetportal sportbild.de zitiert.

„Özil und Gündogan beteiligen sich an Erdogans Wahlkampf“, sagte Naki. „Wenn das ihr Präsident sein soll, warum spielen sie dann für Deutschland? Ich finde das nicht in Ordnung. Man kann einem Präsidenten ein Trikot überreichen, wenn der für Frieden und Demokratie ist. Die ganze Welt aber weiß, dass Erdogan das nicht ist.“

Naki hat kurdische Wurzeln und ist von der türkischen Fußballföderation (TFF) lebenslang gesperrt. Grund sei „Diskriminierung und ideologische Propaganda“ vonseiten des Fußballers.

(dpa)
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