Kehrer statt Schlotterbeck So würden wir das DFB-Team gegen Spanien aufstellen

Meinung | Düsseldorf · In der Startelf der deutschen Nationalmannschaft wird es für das Gruppenspiel gegen Spanien Veränderungen geben müssen - vor allem in der Abwehr. Aber auch für den Angriff schlagen wir einen neuen Spieler vor.

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So könnte die DFB-Startelf gegen Costa Rica aussehen

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Von seinem Naturell her gilt der Japaner als ausgesprochen höflich und diszipliniert. Sauberkeit ist ein wichtiger Teil seiner Kultur, mithin das Aufräumen. Insofern durfte es auch nicht verwundern, dass die Fans der Nationalmannschaft im Khalifa International Stadium selbst Hand anlegten und die Tribünen nach dem Coup gegen Deutschland von allerlei Unrat befreiten. Auch die Spieler hinterließen ihre Kabinen so, wie sie sie vorgefunden hatten: blitzblank. Zuvor allerdings hatten sie sich nicht an ihre Kultur gehalten und für reichlich Unordnung gesorgt im Lager ihres Kontrahenten, der am Sonntag gegen Spanien schon in der Gruppenphase sein erstes K.o.-Spiel bestreitet. So kann es nicht weitergehen, haben wir uns gedacht. Und leisten selbst einige Aufräumarbeiten im Hinblick auf die Startformation der deutschen Elf. Es wird Wechsel geben.

Unsere Aufstellung, natürlich ohne Gewähr.

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Foto: AFP/ADRIAN DENNIS

Tor Manuel Neuers Arm hat bekanntlich zwei Funktionen im Spiel: als Reklamier-Arm und als Reaktions-Arm, der schon so manchen Einschlag ins deutsche Tor verhinderte. Beim Turnier in Brasilien 2014 kam der so häufig zum Einsatz, dass seine Arme am Ende den Goldpokal stemmen durften. Er wurde zum besten Torhüter der Welt ernannt. Inzwischen mehren sich die Stimmen, der Münchner sei nicht mehr der beste Torwart der Welt. Mag stimmen, vielleicht auch nicht. Ein Spitzenschlussmann ist er aber nach wie vor. Sorgen bereitete nur seine linke Schulter, die er sich im Japan-Spiel mehrfach hielt. Vielleicht hat er sie deswegen beim siegbringenden Schuss von Takuma Asano nicht aktiv nach vorn gestellt. Seine Schulter und seine Arme wird er dennoch gegen Spanien benötigen. Er spielt. Natürlich.

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Foto: AFP/INA FASSBENDER

Abwehr Das Grundprinzip von Bundestrainer Hansi Flick besagt: Ich spiele immer mit einer Viererkette. Doch in Ermangelung geeigneten Außenverteidiger-Personals kann dies zum Problem werden. Als Fachkraft auf dieser Position haben sich weder Niklas Süle (rechts) noch David Raum (links) gegen Japan bewährt. Der eine (Süle) zeigt deutliche Mangelerscheinungen in der Offensive, der andere offenbart sie in der Defensive. Zudem waren die schon in der Liga zu beobachtenden Defensiv-Defizite von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck offensichtlich, der beim 1:2 Asano die Chance gab, Neuers Schulter zu überlisten. Auch sonst wirkte der Dortmunder fahrig und langsam, auch im Kopf. Er rückt von der Anklagebank auf die Ersatzbank. Für ihn wird Fehlerfuchs Süle, an beiden Toren gegen Japan mitschuldig, wieder in der Abwehrzentrale spielen - neben dem anerkannten Chef Antonio Rüdiger. Auch Raum darf seine Dauersprinter-Qualitäten auf der linken Seite wieder zur Aufführung bringen, sollte sie gegen Spanien aber auch mal häufiger in der Tiefe der eigenen Hälfte erproben. Thilo Kehrer, bisher einer der Lieblingsspieler des Bundestrainers, wird auf der rechten Seite beginnen, um dort dicht zu machen gegen die schnellen Spanier.

Mittelfeld Der Widerstand in der Zentrale, daran ändert sich nichts, wird zunächst wieder gebildet von Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan. Keine Frage, nach der Auswechslung des ManCity-Stars in der Japan-Partie ging die Statik des deutschen Spiels verloren. Gegen die spanische Jungstar-Offensive empfehlen wir ein kompakteres Mittelfeld, weshalb der Münchner Leon Goretzka seine Chance bekommt. Gündogan wird etwas weiter vorn seine gestalterische Ader ausleben. Das Problem: Dafür müssen wir eine Offensivkraft opfern. Auch wenn es schwerfällt, das wird Serge Gnabry sein. Jamal Musiala muss eben immer spielen - und natürlich nie ausgewechselt werden wie zuletzt. Und auf Prokurist und Dauerredner Thomas Müller verzichten wir auch nicht.

Angriff Die Besetzungsliste ist für Flick übersichtlich, denn auf einen erprobten Mittelstürmer alter Prägung muss er weitestgehend verzichten. Kai Havertz, ein begnadeter Spieler für das offensive Mittelfeld, war als Zielspieler zuletzt kein Ziel. Bliebe Niclas Füllkrug. Warum denn nicht? Der Bremer weiß doch, wie man eine Mannschaft zum Sieg schießt wie beim sehr souveränen 1:0 im Oman. Und ein Sieg – der wäre auch gegen Spanien nicht hinderlich.

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