Erst Skispringen, dann WM-Finale Das ungewöhnliche Wochenende von ARD-Kommentator Tom Bartels

Doha · Für die ARD kommentiert Tom Bartels am Sonntag das Finale der Fußball-WM - aber das ist an diesem Wochenende nicht seine einzige Aufgabe. Beim DFB wünscht er sich mehr Bodenständigkeit.

Tom Bartels kommentiert das WM-Finale.

Tom Bartels kommentiert das WM-Finale.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Tom Bartels freut sich darauf, am Sonntag für die ARD erneut das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft kommentieren zu dürfen. Dies sei eine „ganz große Ehre“, sagte der 57-Jährige in einem Interview des Nachrichtenportals t-online. „Und ich möchte den Eindruck vermitteln, dass ich der Richtige für den Job bin.“ Als Experte und Co-Kommentator ist Thomas Broich mit dabei. „Wir werden uns gut abstimmen und darauf achten, dass wir nicht nur reden, sondern den Leuten auch ein wenig Ruhe schenken“, sagte Bartels.

Bevor er am Sonntag (16.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) live aus dem Lusail Stadion über das Duell zwischen Argentinien und Frankreich berichtet, kommentiert Bartels an diesem Samstag noch das Skispringen in Engelberg - von Katar aus. „Wir haben uns dazu entschieden, das zu machen, weil wir aus der Corona-Zeit wissen, dass es ganz gut geht“, erklärte Bartels. Das Springen am Sonntag übernehme aber ein Kollege aus Deutschland, „das wäre sonst zu viel am Finaltag einer Fußball-WM“.

Griezmann, Alvarez und Co. Auf diese sechs Spieler muss man im WM-Finale achten​
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Auf diese sechs Spieler muss man im WM-Finale achten

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Foto: AFP/ALFREDO ESTRELLA

Die im Vergleich zu vorangegangenen Turnieren schwachen TV-Quoten bei Spielen der DFB-Auswahl bei dieser WM registrierte auch Bartels. „Die deutsche Mannschaft ist in der Beliebtheitsskala gesunken. Das ist teils hausgemacht und liegt auch an dem Marketingkonstrukt rund um diese Mannschaft“, meinte der Kommentator.

Er wünsche sich mehr Bodenständigkeit. „Die starke Abschottung vor Fans und Journalisten war teilweise immens“, bemängelte Bartels, der mehr öffentliche Trainingseinheiten und mehr Interview-Möglichkeiten für Journalisten begrüßen würde: „All das würde enorm die Stimmung verändern und man hätte nicht das Gefühl, es läuft alles nur exklusiv auf DFB-TV.“ Nähe zu den Fans müsse gelebt werden. „Und das ist aktuell ein großes Problem.“

Der Fußball und viele Fußballer nähmen sich zu wichtig, kritisierte Bartels zudem. Dadurch sei die Distanz zur Nationalmannschaft immer größer geworden. Als positives Beispiel hob er neben Niclas Füllkrug die Fußballerinnen hervor. „Wie es besser und anders geht, haben die Frauen bei der Europameisterschaft im Sommer gezeigt.“

Bartels kommentierte für die ARD unter anderem das WM-Finale 2014. Er gehört zu den erfahrenen Fußball-Reportern im Ersten: Seine TV-Karriere begann er bei Premiere und bei RTL. Nach der WM 2006 in Deutschland ging er zum öffentlich-rechtlichen SWR, etablierte sich als Reporter für die Nationalmannschaft, kommt aber auch im Schwimmen und vor allem im Skispringen wie der Vierschanzentournee zum Einsatz.

(dör/dpa)
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