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WM 2018: Teamkollegen ärgern sich über Pfiffe gegen Ilkay Gündogan

Nach dem Testspiel : Teamkollegen ärgern sich über Pfiffe gegen Gündogan

Beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft haben einige Fans erneut Ilkay Gündogan ausgepfiffen. Seine Teamkollegen kritisieren die Fans dafür.

Nach den Pfiffen gegen Nationalspieler Ilkay Gündogan haben die Teamkollegen an die deutschen Fans appelliert. „Ab jetzt bitte ich die Leute einfach darum, daran zu denken, dass wir Weltmeister werden wollen. Dafür brauchen wir den Illy, dafür brauchen wir den Mesut“, sagte Mario Gomez nach dem 2:1 im letzten WM-Testspiel am Freitagabend gegen Saudi-Arabien. „Es sollte nicht versucht werden, das Ding weiter zu spalten, sondern versucht werden, da wieder eine Brücke zu bauen, damit man wieder mit ganz anderen Gedanken in die WM gehen kann.“

Gündogan war bei seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte und anschließend bei allen Aktionen deutlich hörbar von vielen der 30.210 Zuschauer in der Leverkusener BayArena ausgepfiffen worden. Der Unmut ist Folge der Fotos von Gündogan und Teamkollege Mesut Özil bei einem Treffen mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Mai. Die beiden in Gelsenkirchen geborenen Auswahlspieler mit türkischen Wurzeln äußerten sich nach dem Spiel nicht.

Hummels und Neuer stehen für Gündogan ein

„Solche Pfiffe schaden der Mannschaft“, sagte Kapitän Manuel Neuer. „Es ist natürlich nicht schön, ausgepfiffen zu werden, und Ilkay macht sich auch seine Gedanken.“

Neuers Weltmeisterkollege Mats Hummels hofft auf ein Ende der für ihn überraschenden Unmutsbekundungen. „Das kam ein bisschen aus dem Nichts“, sagte der Bayern-Verteidiger. „Man muss in den Dialog treten, auch so, dass wir Spieler für unsere Mannschaftskollegen einstehen, weil sie alles für uns geben. Bei Mesut wäre es wahrscheinlich ähnlich gelaufen.“ Weltmeister Özil spielte bei der WM-Generalprobe gegen die Saudis wegen Knieproblemen nicht.

„Dass ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, hilft niemandem“, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie. Bereits während des Spiels hatte er die Fans aufgefordert, Gündogan zu unterstützen- „Was soll Ilkay noch tun? Er hat gesagt: Ich lebe die deutschen Werte, ich identifiziere mich mit Deutschland. Er hat sich der Presse gestellt. Irgendwann ist das Thema auch mal vorbei. Wir haben im Trainingslager mehrfach darüber gesprochen. Es hat beide Spieler beschäftigt, jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten“, sagte Löw.

(rent/dpa)