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WM 2018: Oliver Bierhoff genervt von Erdogan-Affäre

DFB-Teammanager kritisiert Medien : Bierhoff genervt von Erdogan-Affäre

Oliver Bierhoff hat vor dem Testspiel der Nationalmannschaft ARD-Moderator Alexander Bommes und die Medien kritisiert. Die öffentliche Debatte über das Treffen von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nervt den Teammanager zunehmend.

"Ihr könnt die Fragen aber auch stellen. Ihr müsst nur akzeptieren, wenn einer sagt: Darüber rede ich nicht mehr", fügte er an. Gündogan wurde bei seiner Einwechslung (57.) für Marco Reus lautstark ausgepfiffen. Bundestrainer Joachim Löw reagierte verärgert und forderte wie sein Assistent Thomas Schneider das Publikum auf, zu applaudieren. Auch wenn Gündogan am Ball war, gab es Pfiffe.

"Dass ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, hilft niemandem", sagte Löw nach dem Spiel in der ARD: "Was soll der Ilkay jetzt tun? Er hat ein Foto gemacht, okay. Aber er hat sich der Presse gestellt und sich zu den deutschen Werten bekannt. Da muss das Thema auch mal abgehakt sein." Das Thema habe beide Spieler beschäftigt, führte Löw aus: "Aber jetzt muss der Blick nach vorne gerichtet werden."

Gündogan und Özil hatten Erdogan am 13. Mai in London getroffen. Beide hatten dem in der westlichen Welt höchst umstrittenen Staatspräsidenten signierte Trikots ihrer Vereine Manchester City bzw. FC Arsenal überreicht. Vor dem Spiel in Leverkusen gab es bei der Verlesung ihrer Namen wie schon zuletzt bei der Niederlage in Österreich (1:2) Pfiffe. "Mein Ratschlag ist: Redet nicht mehr darüber, konzentriert euch auf den Sport", sagte Bierhoff.

Während sich Gündogan im Trainingslager in Eppan zu dem Thema äußerte, schweigt Özil in der Öffentlichkeit bisher dazu. In Leverkusen saß der angeschlagene Özil nur auf der Bank.

(old/sid)