WM 2018: NRW-Integrationsminister Joachim Stamp posiert im Trikot von Ilkay Gündogan

„Ilkay ist einer von uns“ : NRW-Integrationsminister Stamp posiert im Gündogan-Trikot

Der Integrationsminister von Nordrhein-Westfalen hat ein klares Zeichen gesetzt: Joachim Stamp zeigte sich im Netz demonstrativ im Trikot von Ilkay Gündogan. Der FDP-Landeschef erklärt auch, warum er das tut.

Wenige Stunden vor dem WM-Auftakt der deutschen NationalMannschaft gegen Mexiko hat sich der Integrationsminister von Nordrhein-Westfalen deutlich vor die zuletzt viel kritisierten Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil gestellt.

Auch er sei über das gemeinsame Foto der beiden deutschen Nationalspieler mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan enttäuscht und verärgert gewesen und habe die Aktion kritisiert, schreibt der Minister bei Facebook. „Deutliche Kritik war gerade deshalb notwendig, weil Gündogan und Özil Vorbilder für viele Jugendliche sind, ganz besonders für viele, deren Eltern oder Großeltern aus der Türkei stammen. Aufgrund ihrer Erfolge sind sie Idole, die nicht nur sportliche Orientierung geben.“

Die feindseligen Reaktionen gegenüber Gündogan beim Testspiel gegen Saudi-Arabien seien jedoch zu weit gegangen. Stamp erklärte: „Diese Pfiffe im Stadion waren aber keine Kritik mehr, sondern grundsätzliche Ablehnung.“ Für den 47-Jährigen habe man eine Grenze überschritten: „Geht es wirklich um Kritik an einem Fehler oder lehnt nicht in Wahrheit ein Teil der „Fans“ den Spieler aufgrund seiner Herkunft ab und hat jetzt ein Ventil gefunden?“

Stamp erinnerte in seinem Facebook-Post daran, dass Deutschland doch Einwanderungsland sei. "Wir brauchen eine intensive Wertedebatte, die sich nicht nur an diejenigen richtet, die nach Deutschland kommen oder gekommen sind, sondern an die gesamte Gesellschaft", fordert Stamp. Zu dieser Debatte wolle er auch „Ilkay“ und „Mesut“ einladen. „Und warum ich heute ein Gündogan-Trikot trage ist ganz einfach erklärt: Ilkay ist einer von uns, ein sympathischer Typ und ein grandioser Kicker. Und darum bin ich froh, dass er für die deutsche Nationalmannschaft spielt“, schreibt Stamp.

(old)
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