WM 2018: Manuel Neuer äußert sich zurückhaltend zu seiner Teilnahme

"Kann ich jetzt nicht sagen" : Neuer äußert sich zurückhaltend zu seinen WM-Chancen

Die WM-Teilnahme von DFB-Kapitän Manuel Neuer hängt offenbar am seidenen Faden. Der Torwart selbst gab sich am Dienstag zurückhaltend.

"Das kann ich im Moment nicht sagen", sagte der Nationaltorhüter am Dienstagabend in München auf die Frage, ob er zu 100 Prozent bei der Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) dabei sein werde. Neuer (32) hat nach einem Fußbruch seit September kein Spiel mehr bestritten.

Und das könnte der Knackpunkt sein. "Ich denke nicht, dass es vorstellbar ist, dass ich ohne Spielpraxis in so ein Turnier gehe", sagte Neuer. Ihm bleiben noch das Bundesliga-Finale mit dem FC Bayern am Samstag gegen den VfB Stuttgart sowie das DFB-Pokal-Endspiel eine Woche darauf gegen Eintracht Frankfurt. Im Vorfeld der WM bestreitet die Nationalmannschaft zudem zwei Länderspiele gegen Österreich in Klagenfurt (2. Juni) und Saudi-Arabien in Leverkusen (8. Juni). "Es sind ja noch ein paar Spiele", sagte Neuer.

Der verletzte Abwehrchef Jerome Boateng dagegen rechnet fest mit seiner WM-Teilnahme. "Der Bundestrainer weiß ganz genau, dass es mein Ziel und absolut realistisch ist, dass ich da mitfahre", sagte er. Der 29-Jährige hatte sich kürzlich eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zugezogen.

Neuer sagte am Rande der Trikotpräsentation des FC Bayern, er fühlt sich "bei den Sachen, die ich mache, sehr wohl, es sieht gut aus". Aber bezüglich eines Comeback-Zeitpunktes gebe es weiter "keine Prognose. Ich muss für mich, die Mannschaft und die Fußballrepublik Deutschland die richtige Entscheidung treffen. Da hilft es nicht, sich aus der Ruhe bringen zu lassen."

Bundestrainer Joachim Löw, der am kommenden Dienstag in Dortmund seinen vorläufigen WM-Kader benennen wird, plant fest mit Neuer. Wegen der unklaren Lage wird er aber voraussichtlich neben seinem Kapitän und dessen bisherigem Stellvertreter Marc-Andre ter Stegen auch Bernd Leno und Kevin Trapp ins Trainingslager nach Südtirol (23. Mai bis 7. Juni) mitnehmen.

Nach einer Trainingspause wegen einer Schwellung im operierten linken Fuß hatte Neuer Ende der vergangenen Woche das Training wieder aufgenommen. Auch am Dienstag konnte er aber noch nicht das komplette Programm mit der Mannschaft absolvieren.

„Werden sehen, ob es reicht“

"Ich möchte mich täglich verbessern und versuche, so schnell wie möglich fit zu werden. Die bisherigen Schritte waren sehr gut und positiv, das versuche ich fortzusetzen. Dann werden wir sehen, ob es reicht", sagte Neuer weiter.

Bevor er er wieder spiele, müsse er "ein gutes Gefühl haben", sagte Neuer. Für Stuttgart scheint es nicht zu reichen. Auch an einen Einsatz im Pokal-Finale denke er "jetzt überhaupt nicht. Ich denke von Trainingseinheit zu Trainingseinheit, von Therapie zu Therapie."

Auf die Frage, ob er auch als Nummer 2 nach Russland fahren würde, sagte Neuer: "Man kann sich momentan alles vorstellen, weil man nicht weiß, was das Ende mit sich bringt." Er befinde sich aber seit Monaten mit Löw und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in "gutem Austausch. Wir haben einen engen Draht, sie sind bestens informiert."

(SID)
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