WM 2018: Leroy Sane will nach seiner WM-Ausbootung stärker zurückkommen

Reaktion nach WM-Ausbootung : Sane will stärker zurückkommen

Das überraschende WM-Aus von Leroy Sane schlägt in England hohe Wellen. Der 22-Jährige selbst äußerte sich bei Twitter.

Leroy Sane hat sich über Twitter bei seinen Fans für die aufmunternden Worte nach seinem WM-Aus bedankt. „Klar bin ich enttäuscht darüber, dass ich nicht bei der WM dabei bin. Ich muss die Entscheidung aber akzeptieren und werde alles dafür tun, noch stärker zurückzukommen“, schrieb der Jungstar von Manchester City.

Der Nationalmannschaft wünscht der 22-Jährige viel Glück: „Holt euch den Titel!“, schrieb er in Richtung seiner DFB-Kollegen.

Seinen Humor hat Sane trotz der Enttäuschung nicht verloren. Als sein Teamkollege Kyle Walker auf Twitter ein Bild veröffentlichte, auf dem er eine große Menge Wasser ausspuckt und darunter schrieb "Wenn du herausfindest, dass Leroy Sane nicht zur WM fährt", ließ die Antwort von Sane nicht lange auf sich warten: "Nun ja, du hast Glück, dass du nicht gegen mich spielen musst, Bro."

Die englische Presse reagierte unterdessen auf die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw, den besten Nachwuchsspieler der Premier League (33 Torbeteiligungen in 49 Spielen) nicht mit zur Endrunde nach Russland zu nehmen, gewohnt direkt. "Ist Deutschland verrückt?", fragte der Daily Mirror und schrieb von einem "rücksichtslosen Löw". Für das Boulevardblatt Sun war es schlicht ein "Low blow", ein Tiefschlag von Löw also und The Independent schrieb von einem "großen Schock".

Löw muss Sane nach der WM auf Kurs bringen

Trotz seiner bisher enttäuschenden Auftritte im Trikot des Weltmeisters hatte auch Sane fest mit seiner WM-Nominierung gerechnet. Doch während sich seine Mitspieler am Dienstag in der Sportzone Rungg zum offiziellen Mannschaftsfoto aufstellten, war Sane schon lange abgereist.

Als er am Montagnachmittag am Flughafen Bozen abhob, quälte den 22-Jährigen wohl die Frage: "Warum?" Warum hat er gegenüber Julian Brandt den Kürzeren gezogen? Warum bringt er seine Leistung aus dem Verein nicht in der Nationalmannschaft? Dass ihm Löw zum Abschied noch "riesiges Talent" attestierte, war da nur ein schwacher Trost.

Die Aufgabe des Bundestrainers ist es nun, den Flügelflitzer nach der WM auch in der DFB-Auswahl auf Kurs zu bringen. Pflegeleicht ist Sane nicht. Auch sein Vereinstrainer Pep Guardiola bemängelte schon mal den fehlenden Einsatz und die mangelnde taktische Disziplin. Doch der Spanier hat Sane beim englischen Meister immer wieder zurück in die Spur geführt.

Löw hat angekündigt, "ab September verstärkt mit ihm arbeiten" zu wollen und lobte Sanes "große Qualität". Zudem stellte der Weltmeistercoach klar: "Abseits des Platzes gab es gar nichts, wirklich. Leroy hat sich sehr korrekt und gut verhalten."

Nun liegt es an Löw und Sane dafür zu sorgen, dass "die Waffe", wie der 58-Jährigen den zwölfmaligen Nationalspieler nennt, auch in der Nationalmannschaft wirkungsvoll zum Einsatz kommt.

Leno wünscht dem Team „viel Erfolg“

Auch Bernd Leno hat sich bei Twitter zu seinem WM-Aus geäußert. Der Torwart von Bayer 04 Leverkusen zeigte sich enttäuscht: „Ich habe im Trainingslager alles für den großen Traum gegeben. Aber das gehört zum Sport - Rückschläge wegstecken, Entscheidungen akzeptieren und weiter alles geben!“, schrieb er. Dem DFB-Team wünschte er „viel Erfolg in Russland“.

Manuel Neuer hatte bereits bei der Pressekonferenz am Montag in Südtirol betont, dass alle vier aussortierten Spieler der Mannschaft kurz nach ihrer Abreise per WhatsApp viel Glück für die WM gewünscht hätten.

(dpa)