WM 2018: Häme aus Brasilien und den Niederlanden

Deutsches WM-Aus: Häme aus Brasilien und den Niederlanden

Das sensationelle WM-Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in Russland hat auch international für große Schlagzeilen gesorgt. Von einigen Medien gab es Spott.

In der Stunde der bitteren Schmach von Kasan gab es auch noch Häme vom Erzrivalen und Nachbarn Niederlande. "ALLES IST VORBEI", titelte die niederländische Tageszeitung De Telegraaf auf Deutsch und in Versalien, nachdem sich Weltmeister Deutschland durch ein 0:2 in Kasan gegen Südkorea als Letzter der Gruppe F von der WM-Endrunde in Russland verabschiedet hatte.

Der Fluch der Weltmeister habe auch Deutschland erwischt, so dass niederländische Massenblatt. Während vor Ort in Russland Bundestrainer Joachim Löw zu etwaigen Rücktrittsgedanken befragt wurde, gab es auch aus Österreich höhnische Kommentare. "WM-Blamage! Deutschland muss die Koffer packen", schrieb die Kronenzeitung. Der Schweizer Blick ergänzte: "Mega-Blamage! Gruppenletzter! Weltmeister Deutschland fährt nach Hause. Die Riesen-Sensation ist Tatsache!"

Deutschlands NBA-Superstar Dirk Nowitzki war sichtlich geschockt: "Sprachlos. Ich werde einige Zeit brauchen", twitterte er. Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder wollte seinen Frust gar ertränken: "Ich brauche jetzt einen Drink... oder zwei."

Deutschland hatte die Negativserie der Weltmeister bei den letzten Turnieren fortgesetzt. Zum dritten Mal in Folge musste der Titelverteidiger schon in der Vorrunde seinen WM-Abschied nehmen. "Nein. Nein. Nein. Der Titelverteidiger fliegt nach einer trostlosen Niederlage aus dem Turnier", schrieb The Sun in Großbritannien und verspürte Genugtuung: "Jeder Engländer auf dem Planeten wird niemals müde werden - egal wie es hier mit den Three Lions weitergeht - dieses Ergebnis immer wieder fröhlich herauszukramen."

Gareth Southgate, Teammanager der Three Lions, meinte: "In diesem Turnier haben sie in den drei Spielen zusammengenommen nur etwa eineinhalb Minuten geführt. Es war ungewohnt zu sehen, dass sie so große Probleme haben."

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Ex-Nationalspieler Mario Basler monierte, die insgesamt schwache Verfassung der Löw-Mannschaft in Russland, die nur einen glücklichen Last-Minute-Sieg gegen Schweden (2:1) einfahren konnte. "Wenn du dieses Spiel nicht gewinnst, hast du in einem Achtelfinale auch nichts verloren! Dann gehörst du da nicht hin! Fertig!", meinte "Super Mario".

In Brasilien, noch immer unter dem Trauma des 1:7 vor vier Jahren bei der Heim-WM leidend, traf die Analyse voll ins Schwarze. O Globo schrieb: "Apathie auf dem Platz und den Tribünen schien das Desaster vorwegzunehmen." Folha de Sao Paulo urteilte messerscharf: "Mit Özil und Khedira im Mittelfeld existiert die Schnelligkeit, mit der Deutschland Brasilien 2014 im Mineirao überrollt hat, nicht mehr."

Der TV-Sender Fox Sports Brasil zeigte sich besonders schadenfroh. Das Social-Media-Team twitterte ein langes „Ahahahahahaha“.

Auch in Spanien war das Aus des Weltmeisters in den Online-Portalen das Top-Thema. "Deutscher Niedergang. Sie fahren nach Hause", titelte AS, "es ist das größte Versagen in der deutschen WM-Geschichte." Die Gazzetta dello Sport in Italien ergänzte: "Deutschland hat jetzt sein Korea." Damit erinnerte die Sportfachzeitung an das 0:1 der Azzurri 1966 bei der WM in England gegen Nordkorea.

USA Today urteilte: "Das Aus beendet die enttäuschendste WM in der deutschen Geschichte und setzt den mythischen 'Fluch des Weltmeisters' fort." Der deutsche WM-Mythos ist auf jeden Fall gebrochen.

(areh/SID)