WM 2018: Gegen diese Gegner könnte Deutschland bis zum Finale spielen

Sieben Gegner bis zum Titel: Der deutsche Weg ins WM-Finale

Endlich beginnt die Jagd auf den WM-Pokal. Am Sonntag startet dann die deutsche Elf ins Turnier. Wir zeigen einen möglichen Weg ins Finale auf – und verraten, wann die wirklich großen Spiele anstehen.

Simon Rolfes hat eine klare Meinung zu den ersten beiden WM-Wochen. „Die Vorrunde wird ziemlich voraussehbar – das Achtelfinale womöglich auch. Ich glaube kaum, dass da schon irgendein Favorit ausscheiden wird“, sagt der ehemalige Nationalspieler.

Beim genaueren Blick auf den Spielplan ist man geneigt, seiner Argumentation zu folgen. Es gibt sie eben nicht, die eine „Todesgruppe“, die es bei vergangenen Turnieren schon häufiger gab. Auch das deutsche Team ist – wieder einmal – vom Losglück begünstigt worden. Daher geben nicht mal die üblichen WM-Pessimisten zu Protokoll, dass der amtierende Weltmeister bestimmt bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten muss. Selbst im Achtelfinale müsste in der Regel noch ein Gegner der Kategorie „absolut machbar“ warten.

WM 2018: Fans begleiten Training der deutschen Mannschaft

Vorrunde: Mexiko, Schweden, Südkorea

So richtig spannend dürfte es daher erst ab der Runde der letzten acht Mannschaften (ab Freitag, 6. Juli) werden. Spätestens dann muss die Elf von Joachim Löw ihr ehrgeiziges Turniergesicht zeigen, denn ab diesem Zeitpunkt warten wohl nur noch dicke Brocken.

Sind das die sieben WM-Gegner fürs deutsche Team? Foto: Schnettler

Mexiko, Schweden, Südkorea. Große Schweißperlen kullern dem Weltmeister bei diesen Gruppengegnern nicht über die Stirn. Auch, wenn Mexiko aufgrund des WM-Zuschlags für 2026 am Mittwoch von der Fifa noch einmal einen extra Motivationsschub bekommen hat. Auch, wenn Schweden in einem unterklassigen Play-off-Duell die Italiener für diesen Sommer aufs Sofa verbannt hat. Auch, wenn Heung-Min Son seine ganze Klasse in der vergangenen Saison in der englischen Premier League für Tottenham Hotspur unter Beweis gestellt hat und zudem das deutsche Team aus Leverkusener Zeiten gut kennt. Es bleibt dabei: Alles andere als ein Gruppensieg des deutschen Teams wäre eine faustdicke Überraschung.

Löw wird sicher auch noch vor dem Achtelfinale die „In-einem-Spiel-kann-alles-passieren“-Platte auflegen. Ein Ausscheiden ist dennoch kaum zu erwarten. Am Dienstag, 3. Juli, würde der Zweite der Gruppe E warten: Brasilien, Schweiz, Serbien oder Costa Rica. Sollten die Kicker vom Zuckerhut schon zu Beginn des Turniers nur ansatzweise ihr Potenzial abrufen, geht es somit gegen einen der anderen drei. In diesem Fall würden sich bei den Männern mit dem Adler auf der Brust bestimmt auch noch keine übergroßen Angstzustände einstellen.

  • In eigener Sache : Mit unseren Push-Meldungen verpassen Sie kein deutsches WM-Tor

Ab dem Viertelfinale drohen die ganz dicken Brocken

Anders vielleicht als vor dem folgenden Viertelfinale (Samstag, 7. Juli). Dann wäre ein Duell mit Kolumbien und Bayerns James Rodriguez oder mit Polen und Bayerns Robert Lewandowski denkbar. Noch einen Tick schwerer würde es gegen den erneut wenig geheimen Geheimfavoriten Belgien. Der Wunsch vieler deutscher Fans für das Viertelfinale ist aber sicher die Wiederholung eines Fußballklassikers. Denn an diesem Samstagnachmittag in der russischen Industriestadt Samara könnte auch England warten. Die Three Lions haben wieder einmal eine bärenstarke Qualifikation absolviert. Dass dies für die großen Turniere aber nicht viel zu bedeuten hat, bewiesen sie zuletzt im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Die Tippzettel der Experten muten im Bezug auf das Halbfinale (Dienstag/Mittwoch, 10./11. Juli) fast schon öde an. Hier versammeln sich die vier meistgenannten Favoriten für den Titel: Deutschland, Spanien, Frankreich und Brasilien. Damit ist aber auch klar: Nach einem Sieg gegen Spanien wäre ein Finale (Sonntag, 15. Juli) gegen den vergangenen WM-Gastgeber durchaus denkbar. In diesem Fall dürfte man auf die Tippquoten für einen 7:1-Erfolg der Deutschen gespannt sein.

Nur zwei Kracher-Duelle in der Vorrunde

Doch bevor es so weit ist, stehen zunächst einmal insgesamt 48 Gruppenspiele innerhalb von 15 Tagen auf dem Programm. In den meisten Duellen stehen sich dabei ein klarer Favorit und ein klarer Außenseiter gegenüber – oder eben zwei Außenseiter. Es gibt nur zwei Partien in der Vorrunde, in denen prognostizierte Titelkandidaten aufeinandertreffen: Direkt am Freitagabend (20 Uhr) spielt der Europameister Portugal gegen die wiedererstarkten Spanier, die nun aber erst einmal den überraschenden Trainerwechsel zu verarbeiten haben. Und am übernächsten Donnerstag (20 Uhr) trifft England auf Belgien.

Sollten sich die Favoriten in ihren Gruppen durchsetzen, ist bis auf wenige Ausnahmen auch im Achtelfinale die Rollenverteilung klar. Schwächeln die Großen allerdings, sind auch in der Runde der letzten 16 Teams (ab Samstag, 30. Juni) zwei Höhepunkt-Spiele möglich: Frankreich gegen Argentinien oder eben Deutschland gegen Brasilien. Vielleicht passiert aber auch das, was im Fußball meist passiert: Es kommt alles ganz anders.