Oliver Bierhoff: "Mesut Özil wird Schweigen auch bei WM 2018 nicht brechen"

DFB-Direktor Oliver Bierhoff: „Özil wird Schweigen auch bei WM nicht brechen“

Die Affäre um ein Treffen der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan beschäftigt den DFB weiterhin. Oliver Bierhoff nahm die beiden Spieler nun erneut in Schutz.

Bierhoff rechnet damit, dass Özil auch während der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) nicht über das Treffen mit Erdogan reden wird. "Das ist seine Aussage. Ich gehe davon aus, dass er das durchzieht", sagte Bierhoff der Bild-Zeitung.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlange immer "mündige Spieler. Mündig heißt ja, dass man selbst entscheidet und verantwortet, wie man reagiert. Und das tut Mesut", sagte Bierhoff: "Ob es in diesem Fall richtig und gut für ihn ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Konsequenzen haben wir ihm aufgezeigt und kennt er aus Erfahrung."

Grundsätzlich nahm Bierhoff Özil und Gündogan, der ebenfalls beim Termin mit Erdogan in London dabei war, erneut in Schutz. "Sie haben einen Fehler gemacht. Aber für uns zählt vor allem die Intention. Sie war nicht bösartig, nicht politisch getrieben, sondern naiv, gedankenlos", sagte Bierhoff.

Kein Verständnis für die Kritik von DFL-Präsident Rauball

Für die Kritik von DFL-Präsident Reinhard Rauball am Vorgehen des DFB ("Thema unterschätzt") hat Bierhoff kein Verständnis. "Die öffentlichen Äußerungen von einem Mitglied unserer Delegation haben mich etwas irritiert. Man ist nicht frei von Fehlern", sagte der 50-Jährige, "als Verantwortlicher einer Mannschaft muss man alle Konstellationen und mehrere Faktoren bedenken, die zu einer Entscheidung führen. Das kann man von außen schwer beurteilen."

Bierhoff hofft nach den Pfiffen gegen Gündogan bei der WM-Generalprobe jetzt in Russland auf die "positive Unterstützung unserer Fans". Als Ausrede für schwache Leistungen dürfe das Thema nicht herhalten. "Ich mache mir weniger Sorgen generell um die Mannschaft, sondern eher um die beiden Spieler. Es beschäftigt Mesut und Ilkay schon sehr", sagte Bierhoff.

Er geht aber ebenso wenig von einem Rücktritt des Duos aus wie davon, dass Bundestrainer Joachim Löw auf beide verzichtet.

(togr/SID)