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Max Kruse bestreitet "Damenbesuch" in London

Gladbacher nicht für die WM nominiert : Kruse bestreitet "Damenbesuch" in London

Der Mönchengladbacher Nationalspieler soll bei einer Reise mit der DFB-Auswahl unerlaubten nächtlichen Besuch erhalten haben. Der Fußballer beteuert: "Meine Nichtnominierung für die WM hat allein sportliche Gründe."

Das Corinthias-Hotel in London ist eine ziemlich noble Adresse. Direkt an der Themse liegt das mondäne Etablissement, natürlich hat die noble Herberge fünf Sterne, die Zimmer sind edel eingerichtet. In diesem Hotel war die deutsche Nationalmannschaft im vergangenen November untergebracht, als sie ein Länderspiel gegen England bestritt, das mit einem 1:0-Erfolg für die DFB-Auswahl endete. Und in diesem Hotel soll Borussia Mönchengladbachs Stürmer Max Kruse sich - zumindest nach einem Bericht des Magazins "Sport Bild" - durch nächtlichen "Damenbesuch" um seine Chance gebracht haben, zur Weltmeisterschaft in Brasilien zu fliegen.

Das Blatt mutmaßt, der 26-Jährige habe abends Frauenbesuch empfangen, das Treffen sei durch ein Mitglied der sportlichen Leitung der Nationalelf aufgelöst worden. Nach dem England-Spiel wurde Kruse jedenfalls nicht mehr für die Nationalmannschaft berufen. Und das sei auch der Grund für Bundestrainer Joachim Löw gewesen, ihn nun nicht für den 30er-Kader des Nationalteams zu nominieren. Eiserne Regel: kein Frauenbesuch beim Nationalteam.

Im schrillen Kontrast zum Londoner Corinthias steht das Mercure-Hotel Saarbrücken Süd. Das Etablissement hat seine besten Jahre ganz offensichtlich schon länger hinter sich. Das Hotel liegt an einer Tankstelle im Gewerbegebiet, ein schmuckloser Bau aus den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts mit einem Zehn-Meter-Pool und fünf Liegestühlen im Innenhof. Hier ist die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach während ihrer Saisonabschluss-Tingeltour über die Dörfer der Republik untergebracht. Und auch Max Kruse ist dabei. Saarland statt Zuckerhut. Doch der 26-Jährige lässt sich seinen Frust nicht anmerken. Auf die Frauen-Geschichte reagiert er jedenfalls betont gelassen.

"Es gab schon immer viele Gerüchte um mich. Ich kann das in keinster Weise so bestätigen. Es ist in keinem Fall so, wie es dargestellt wurde", sagt Kruse. "Der Bundestrainer weiß, wie es war, ich weiß, wie es war." Borussia Mönchengladbach gibt dazu auf Anfrage keine Stellungnahme ab. Der Deutsche Fußball-Bund sagt ebenfalls nichts. Gut informierte Kreise bestätigen die Geschichte jedoch gegenüber unserer Redaktion, auch im Mannschaftskreis galt sie zuletzt als ein mehr oder minder offenes Geheimnis.

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Kruse bestreitet allerdings nicht nur die vermeintliche Affäre bei der England-Reise. Er glaubt, es werde nun nach Gründen gesucht, weshalb er nicht im Aufgebot für die Weltmeisterschaft stehe. Und er bezeichnet die Geschichte aus London als reine Spekulation. "Der Bundestrainer hat mir aber im Gespräch gesagt, meine Nichtnominierung habe allein sportliche Gründe", erklärt der Nationalspieler.

Auch diese Darstellung kann begründet werden. Nach dem Spiel in England gab es noch einen Test gegen Chile. Zu diesem Zeitpunkt allerdings befand sich Kruse in der Bundesliga im Formtief und wurde, sportlich durchaus folgerichtig, nicht nominiert. Zuletzt hatte sich der 26-Jährige jedoch mit vier Treffern und sechs Vorlagen wieder in Mönchengladbach ausgezeichnet. "Natürlich war das enttäuschend, dass er nicht nominiert wurde", sagt sein Trainer Lucien Favre. "Das muss er jetzt verarbeiten."

Der ehemalige Freiburger galt in der Hinrunde als einer der Senkrechtstarter in der Bundesliga. Er trug maßgeblich mit Toren und Vorlagen zum Höhenflug von Borussia Mönchengladbach bei. Das Team beendete die Hinserie als Tabellendritter. Und Kruse schien auch im Nationalteam auf dem besten Weg, eine feste Größe zu werden.

Bundestrainer Löw sah in dem vielseitigen Angreifer eine taugliche Alternative zu den sogenannten Stoßstürmern Miroslav Klose und Mario Gomez, die sich mit Verletzungsproblemen herumschlugen. Kruse überzeugte durch seine selbstbewusste Spielweise und die nötige Abgeklärtheit. Das alles ging zu Beginn der Rückrunde aber verloren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Max Kruse

(RP)