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Marco Reus fliegt angeblich nicht mit nach Brasilien

Teilabriss des Syndesmosebandes : Reus fliegt angeblich nicht mit nach Brasilien

In der Nacht wurden die Befürchtungen Realität. Marco Reus hat sich bei der WM-Generalprobe der Nationalelf eine schwere Bänderverletzung am Fuß zugezogen. Medienberichten zufolge fliegt Reus nicht mit nach Brasilien, dafür nominiert Bundestraineer Joachim Löw den aussortierten Shokdran Mustafi nach.

Das berichtet die "Bild". Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte für den Mittag eine Meldung zum verletzten Reus an.

Es hätte genau der Abend sein können, den sich Joachim Löw und seine WM-Reisegruppe gewünscht hatten. Sechs Tore gegen Armenien erzielt, positive Brasilien-Stimmung entfacht bei den Fans — dazu ist Miroslav Klose seit Freitagabend mit seinem 69. Länderspieltreffer neuer alleiniger Rekordschütze in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.

Doch die befürchtete Diagnose nach der Kernspin-Untersuchung bei Marco Reus trübte in der Nacht nach dem 6:1-Erfolg gegen sich lange tapfer wehrende Armenier die Stimmung im DFB-Hotel in Mainz. Mit einem Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenkes droht dem Dortmunder Offensivmann das WM-Aus.

Kurz vor der Pause (44. Minute) hatte Artak Jedigarjan den Dortmunder am Fuß getroffen, Reus blieb zusammengekrümmt auf dem Rasen liegen. Schnell waren Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physiotherapeut Klaus Eder auf das Spielfeld geeilt. Nach einem kurzen Blick auf den Patienten gaben sie ebenso rasch das Signal zum Wechsel, der später starke Lukas Podolski kam in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte in die Partie. Reus wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine geleitet.

"Es ist bitter für uns und natürlich für ihn. Er war eine Waffe. Er kann Freistöße schießen, ist beweglich", hatte Kollege Miroslav Klose schon unmittelbar nach dem Abpfiff zur schwerwiegenden Verletzung von Reus geäußert. Nach einem eher harmlosen Zweikampf war die große WM-Hoffnung mit dem Fuß unglücklich umgeknickt. "Es gab keine Schuld, es war kein überhartes Foulspiel oder unfaires Spiel vom Gegner. Es war ein Zweikampf, wie er immer wieder passiert im Spiel", sagte der wie die Spieler geknickte Löw.

Über die Auswirkungen der Reus-Verletzung auf seine WM-Pläne äußerte sich der Bundestrainer gleich nach der Diagnose nicht. Weitere Entscheidungen würden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt, teilte der DFB mit. Gewöhnlich zieht eine derart schwere Blessur eine mehrwöchige Pause nach sich. Löw könnte zunächst abwarten. Bei einem endgültigen WM-Aus von Reus hätte er noch bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel am 16. Juni in Salvador gegen Portugal die Möglichkeit, einen Akteur nachzunominieren. Dieser muss nicht aus dem vorläufigen 30-er Kader kommen.

Sportlich hatte der Abend vor 27.000 Zuschauern in der Mainzer Arena — wenn auch erst spät — für neue Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in Brasilien gesorgt. "Wir wollten uns von unseren Fans hier in Mainz mit einem Spiel verabschieden, an dem sie Freude haben, bei dem ein Sieg herausspringt. Das haben wir auch geschafft", erklärte Löw. Am Samstagabend hebt der DFB-Tross in einem Charterflieger von Frankfurt aus Richtung Salvador ab. "Die Mannschaft ist mit Beifall verabschiedet worden, das tut jedem gut, dieses positive Gefühl mitzunehmen in den Flieger, das kann noch mal einen Schub geben", meinte der Chefcoach.

Andre Schürrle (52. Minute), Lukas Podolski (71.), Benedikt Höwedes (73.), Rekordtorschütze Klose (76.) und der zweimal erfolgreiche Mario Götze (82./89.) erzielten die Tore. Der Dortmunder Henrich Mchitarjan verwandelte für die Gäste einen Foulelfmeter zum 1:1-Zwischenstand (69.).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Reus verletzt sich gegen Armenien – WM-Aus!

(dpa)