Lukas Podolski postet Erinnerungsfoto von 1990

Nationalspieler postet Erinnerungsfoto von 1990 : "Der gleiche Poldi. Der gleiche Traum"

Null Minuten Einsatzzeit in der K.o.-Runde lautet die Bilanz von Lukas Podolski. Doch auch im WM-Wartestand ist der Arsenal-Profi mit vollem Herzen dabei. "Sensationell" sei der Auftritt der Spieler auf der Bank, erklärte Per Mertesacker. "Poldi" dokumentiert alles. Vor dem Finale gegen Argentinien am Sonntag (21 Uhr/Live-Ticker) postete Podolski bei Instagram ein Erinnerungsfoto von 1990.

Darauf trägt der kleine Lukas eine blau-schimmernde kurze Hose, weiße Tennissocken und ein T-Shirt der WM in Italien. "The same Poldi. The same dream. 1990 - 2014!!", schreibt der Profi des FC Arsenal zu dem Foto. "Der gleiche Poldi, der gleiche Traum" — wie vor 24 Jahren trifft Deutschland im WM-Finale auf Argentinien — und Podolski muss dabei wie damals wohl erst einmal zuschauen.

Die Stimmung bei der rheinischen Frohnatur ist dennoch weiter blendend, aber als "Spezialkraft" muss er sich mittlerweile weit hinter dem schon dreimal erfolgreichen Super-Joker Andre Schürrle einreihen. Bei der rauschenden Halbfinal-Party gegen Brasilien zog Bundestrainer Joachim Löw sogar den Kurzeinsatz von Debütant Julian Draxler einem von Routinier Podolski vor.

Podolski bringt sich aber außerhalb des Platzes ein — vermehrt auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Der 29-Jährige ist in den sozialen Netzwerken besonders aktiv, schickte auch nach dem 7:1 gegen die Selecao Fotos aus Kabine und Flieger von sich und den strahlenden Teamkollegen in die Welt hinaus. "Wir haben natürlich ein paar Spezialisten, die sofort online sind", sagte Mats Hummels. "Ich habe zum Beispiel viel zu schlechtes Netz hier in Brasilien, ich könnte das gar nicht."

Podolski ist dagegen immer in vorderster Linie aktiv, ob als Gratulant bei WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose, beim Posten oder als emotionale Stütze auf der Bank. Kaum ein anderer DFB-Kicker lebt äußerlich so emotional als Reservist mit wie der Arsenal-Profi, der sich die WM persönlich aber einigermaßen anders vorgestellt hatte.

Der 116-malige Nationalspieler hatte sich nach einer schwierigen Saison mit Verletzungen und wenig Spielzeit im DFB-Team rechtzeitig wieder in Position gebracht. Die Chance in der Startelf gegen die USA konnte der schussgewaltige Angreifer aber dann nicht nutzen, musste mit einer Muskelverletzung im Achtelfinale pausieren. Schon da wollte er "die Jungs pushen" und ist in dieser Rolle weiter voll dabei.

Lob für die Bankspieler

"Was die Spieler auf der Bank daraus machen, ist sensationell. Es passt einfach", erklärte Per Mertesacker, selbst zur Zeit nur Teilzeitkraft, nach dem Finaleinzug. "Jeder ist involviert, und jeder fühlt sich bereit. Egal, wer da reinkommt." Das war Podolski in der K.o.-Runde im Gegensatz zu Mertesacker noch nicht vergönnt: Null Minuten Spielzeit lautet seine Bilanz nach der Auswechslung gegen die USA.

Sollte Kapitän Philipp Lahm am Sonntag nach dem Endspiel gegen die "Albiceleste" aber den Weltpokal in die Höhe stemmen dürfen, haben auch die Reservisten um Podolski ihren Anteil. Das betonten Löw & Co.
immer wieder während der WM-Wochen. Und einen öffentlich groß beachteten Auftritt dürfte dann auch Poldi wieder haben: Als inoffizieller Team-Fotograf beim Besuch der Kanzlerin in der Kabine nach dem Endspiel.

Hier geht es zur Infostrecke: Die privaten Fotos der Nationalspieler aus Brasilien

(dpa)
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