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Joachim Löw: "Man muss die Proteste ernst nehmen"

WM 2014 in Brasilien : Löw: "Man muss die Proteste ernst nehmen"

Bundestrainer Joachim Löw hat für die Proteste der brasilianischen Bevölkerung beim Confed Cup in diesem Sommer Verständnis gezeigt. Auch bei der WM werde sein Team die Augen nicht verschließen. Die Mehrzahl der Deutschen rechnet wieder mit Ausschreitungen.

Joachim Löw und sein Team wollen im WM-Sommer 2014 "Brasilien und seinen Menschen mit offenen Augen begegnen" - auch über den Sport hinaus. "Wir werden sicher nicht wegschauen und das in diesem Land vielleicht sehen und erleben, wenn wir vier, fünf Wochen in Brasilien sind", sagte der Bundestrainer zu möglichen neuen Protesten der brasilianischen Bevölkerung in einem Land mit so extrem sozialen Unterschieden.

"Ich habe natürlich registriert, dass die Menschen auf die Straße gegangen sind und demonstriert haben für Gesundheit, für Bildung, für den Ausbau der Infrastruktur. Hier geht es um ganz wichtige Anliegen der Menschen", sagte Löw vor der WM-Auslosung am Freitag in Costa do Sauipe. "Mein Wunsch jedoch wäre, dass die Demonstrationen immer friedlich ablaufen", betonte der DFB-Chefcoach. Die Aufgabe seiner Mannschaft im kommenden Sommer in Brasilien sei, sich vorzubereiten, zu konzentrieren auf das Sportliche. "Aber noch mal: ich habe Verständnis für die Anliegen der Bevölkerung", sagte Löw.

Nach den Protesten beim Confed Cup im vergangenen Sommer kündigten Kritiker der Megaereignisse WM und Olympia in Brasilien an, auch im kommenden Jahr öffentlich auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam machen zu wollen. Auch die Mehrzahl der Deutschen rechnet wieder mit erneuten Ausschreitungen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa beantworteten 55 Prozent der Befragten eine entsprechende Frage mit ja. Nur 21 Prozent glauben, dass es auf den Straßen ruhig bleibt.

"Ich denke, man muss die Proteste ernst nehmen, soweit ich informiert bin, versucht die Regierung ja darauf einzugehen. Auch die brasilianische Nationalmannschaft hat sich ja auf die Seite der Demonstranten gestellt und sich dafür stark gemacht", bemerkte Löw: "Ich kann gut nachvollziehen, dass sich die Bevölkerung mehr Investitionen in so elementare Bereiche wünscht, das sind wichtige Grundvoraussetzungen, da geht es um die Zukunft der Menschen."

(dpa)