Ilkay Gündogan besitzt gar keinen türkischen Pass

Neuer Wirbel nach Erdogan-Affäre: Gündogan besitzt gar keinen türkischen Pass

Vor knapp drei Wochen ließen sich die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten. Das Foto sorgte für viele Diskussionen, die jetzt neue Nahrung bekommen. Denn Gündogan hat offenbar gar keinen türkischen Pass.

Gegenüber der „FAZ“ bestätigte der DFB, dass Ilkay Gündogan tatsächlich gar nicht im Besitz der doppelten Staatsbürgerschaft ist - sondern ausschließlich die deutsche besitzt. Lediglich seine familiären Wurzeln liegen in der Türkei, heißt es in dem Bericht.

Pikant: Gündogan überreichte Erdogan beim Treffen ein Trikot, auf dem geschrieben Stand: „Für meinen verehrten Präsidenten hochachtungsvoll.“ Das lässt die Widmung in einem neuen, negativeren Licht erscheinen.

Konsequenzen dürfte das Treffen weder für Özil noch für Gündogan haben. Wenn Bundestrainer Joachim Löw am Montag seinen endgültigen WM-Kader bekannt gibt, werden beide voraussichtlich im Aufgebot der deutschen Mannschaft stehen. Am Freitag erklärte Löw, dass der Wirbel um die umstrittenen Fotos keine Spuren im Nationalteam hinterlassen habe. „Innerhalb der Mannschaft war es überhaupt kein Problem“, sagte Löw.

Bereits kurz nach dem Foto hatten sich Özil und Gündogan in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen und zuvor ein klärendes Gespräch mit der DFB-Spitze geführt.

Auf Facebook hatte Gündogan nach dem Besuch beim Bundespräsidenten gepostet: „Der Bundespräsident wollte auch meine Sichtweise verstehen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich zu Deutschland und der deutschen Nationalmannschaft bekenne. Ganz ehrlich, ich respektiere die Liebe meiner Eltern zu ihrer Heimat und zu ihrem Dorf, in dem auch meine Großeltern noch leben und das für meine Familie ein zweites Zuhause nach Gelsenkirchen ist“, schrieb der Profi. Weiter heißt es: „Ich verstehe die Kritik an meinem Handeln. Aber es hat mich persönlich sehr getroffen, mir vorwerfen zu lassen, dass ich unsere Werte nicht respektiere. Ich bin deutscher Staatsbürger, der die Nationalhymne singt.“

Löw sagte am Freitag, Gündogan wirke inzwischen wieder „ruhiger und ausgeglichener als bei dem Gespräch in Berlin“. Das Thema habe Gündogan „beschäftigt, aber er konnte nach dem Gespräch in Berlin den Schalter umlegen“.

(old)
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