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DFB-Sieg gegen Brasilien bei WM 2014: Bei den Buchmachern knallen die Korken

DFB-Sieg gegen Brasilien fast untippbar : Bei den Buchmachern knallen die Korken

Der Kantersieg der Deutschen gegen Brasilien hat die Fantasie der meisten Glücksspieler gesprengt. Die Buchmacher mussten nach dem Spiel kaum Gewinne auszahlen.

Bei Ladbrokes in London, einem der größten Buchmacher in Großbritanniens, herrscht Feierlaune. "Wir haben mit einer Maß Bier oder auch zwei gefeiert", sagte Jessica Bridge von dem englischen Wettanbieter augenzwinkernd. Kein Wunder: Das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien war ein Großereignis für die Wettanbieter in aller Welt - und der sensationell hohe 7:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft bescherte den Buchmachern fette Gewinne. "Viele hatten auf Brasilien gesetzt", sagt Bridge. Ihr Einsatz fällt dem Veranstalter zu.

Allein bei William Hill, der mit 17 Millionen Wetten während der gesamten WM rund 200 Millionen Pfund Umsatz machen will, betraf das Tausende. "Wir hatten 120 000 Wetten laufen, kein einziger Teilnehmer hat richtig gelegen", sagt Joe Crilly von William Hill. Wer auf Deutschland wettete, hatte zumindest nicht so ein hohes Ergebnis auf dem Zettel. Auch bei Ladbrokes gab es keine richtige Ergebniswette. Sie hätte 1000 Pfund für ein Pfund Einsatz gebracht. Ein Spieler hatte zwei Pfund auf ein 7:0 für Deutschland gesetzt - ebenfalls mit einer Quote von 1000/1. "Er ist heute so zerknirscht wie David Luiz, dank Brasiliens gesichtswahrendem Treffer", sagte Jessica Bridge.

Für den Tipp auf den künftigen Weltmeister, bei dem Deutschland vor der Partie gegen Brasilien noch mit dem Gastgeber und Argentinien gleichauf gelegen hatte, setzte sich die DFB-Elf nun klar an die Spitze. Wer am Mittwoch darauf setzte, dass Deutschlands Kapitän Philipp Lahm am Sonntag den Weltpokal überreicht bekommt, musste bei William Hill sechs Pfund setzen, um vier Pfund Gewinn zu machen. Tags zuvor reiche noch ein Einsatz von zwei Pfund für fünf Pfund Gewinn. "Das liegt einerseits an dem überzeugenden Sieg, andererseits natürlich aber schlicht daran, dass Deutschland nun im Finale ist", erläutert Crilly.

Anders als im Fußball- und Wett-Mutterland Großbritannien hatten in Brasiliens Trauergemeinde Medienberichten zufolge einige Tipper richtig gelegen. Ein Student aus dem Süden Brasiliens soll damit einen Fernseher gewonnen haben, ein anderer Mann soll bei einem Tippspiel in einer brasilianischen Bar umgerechnet rund 50 Euro mit dem 1:7-Tipp eingestrichen haben.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter tauchte auf einem italienischsprachigen Konto am Mittwoch ein englischsprachiger Tippschein auf, der einen Gewinn von fast 50 000 Euro reklamiert.
Dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung. Schon eher für einige Gewinner in Deutschland: Beim Wettanbieter Interwetten habe es mehrere richtige Tipps gegeben, "ob aus Kalkül oder aus Spaß, das wissen nur die Kunden selbst", ließ der Anbieter mit Sitz auf Malta wissen.

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In England wird die Konzentration beim Setzen der nächsten Einsätze schon auf die Zukunft gerichtet. Dort laufen etwa die Wetten darauf, wie lange sich Brasiliens Coach Luiz Felipe Scolari noch im Sattel halten kann. Die Wetten stehen 9/2, dass er noch vor dem Spiel um Platz drei am Samstag gehen muss. Nicht viel Geld verdient, wer darauf wettet, dass Manuel Neuer den Goldenen Handschuh als bester Turnier-Torhüter gewinnt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brasilien - Deutschland: Einzelkritik

(dpa)