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Deutschland im Finale — Joachim Löw: "Wir müssen Demut zeigen"

Bundestrainer mahnt zur Ruhe : Joachim Löw: "Wir müssen Demut zeigen"

Bundestrainer Joachim Löw mahnt nach dem sensationellen 7:1-Erfolg der deutschen Mannschaft im WM-Hablfinale gegen Brasilien zur Ruhe. Die Mannschaft habe noch einen Schritt vor sich.

Wie schätzen Sie diesen sensationellen Halbfinal-Erfolg Ihrer Mannschaft ein?

Joachim Löw "Das fühlt sich natürlich sehr gut an. Wir haben gewonnen und sind in das Finale eingezogen, das war unser Ziel. Wir können den Sieg aber richtig einordnen."

Wie konnte es zu diesem Kantersieg gegen den Rekord-Weltmeister kommen?

Löw "Es war heute wichtig, dieser Leidenschaft und diesen Emotionen von Brasilien mit Ruhe, mit Abgeklärtheit zu begegnen, natürlich auch mit Mut und mit unserer eigenen Stärke. Das haben wir gut umgesetzt. Dann haben uns natürlich unserer früheren Tore in die Karten gespielt. Brasilien war offenbar bereits nach unserem 2:0 geschockt und hatte keine Lösungen mehr. Wir haben diese Verunsicherung dann eiskalt ausgenutzt. Bei uns waren alle wahnsinnig gut und konzentriert."

Wie ordnen Sie das Ergebnis ein?

Löw "Solch ein Ergebnis hat es in einem WM-Halbfinale noch nicht gegeben. Das ist uns bewusst, aber mehr auch nicht. Man sollte das Ergebnis nicht zu hoch hängen. Wir wissen, dass Brasilien nicht seinen besten Tag hatte. Wir müssen Demut zeigen."

Wie war die Stimmung in der Kabine?

Löw "Die Stimmung war gut, aber nicht überschwänglich. Natürlich waren alle glücklich über diesen Sieg, aber bei uns ist keiner abgehoben."

Können Sie sich erklären, wie es bei dem WM-Gastgeber zu diesem Einbruch gekommen ist?

Löw "Vielleicht war der Druck einfach zu groß. Die Erwartungen im eigenen Land an die Mannschaft hat sie vielleicht ein wenig gelähmt. Wir kennen das aus eigener Erfahrung von 2006. Ich fühle deshalb mit meinem Trainer-Kollegen Luiz Felipe Scolari, mit der brasilianischen Mannschaft und dem gesamten brasilianischen Volk."

Wie gehen Sie nun am Sonntag das Finale in Maracana an?

Löw "Das wird ein ganz anderes Spiel, eine ungleich schwerere Aufgabe. Egal, gegen wen es dann geht. Argentinien und Holland sind beides hervorragende Mannschaften mit sehr guten Einzelspielern. Bei Holland denke ich da vor allem an Arjen Robben."

Wie bereiten Sie Ihre Mannschaft in den kommenden Tagen auf das Finale vor?

Löw "Es ist wichtig, dass sich die Mannschaft jetzt ein, zwei Tage erholt und regeneriert. Gleichzeitig müssen wir aber ruhig und hochkonzentriert bleiben. Da mache ich mir aber keine großen Sorgen. Ich spüre, dass die Mannschaft auf dem Boden bleibt und geerdet ist. Man darf sich nie unbesiegbar fühlen. Ich glaube auch zu erkennen, dass diese Mannschaft unbedingt bereit ist, den letzten Schritt zu gehen."

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Was sagen Sie zum WM-Rekord von Miroslav Klose?

Löw "Der Rekord bedeutet uns allen wahnsinnig viel. Das ist ein Rekord, der zwar durch Thomas Müller nochmal gebrochen werden kann, aber zunächst soll Miro den Moment genießen. Es ist eine ganz überragende Leistung von Miro. Wenn man es einem gönnt, dann Miro."

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(sid)