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Deutschland bei der WM-Auslosung: Bloß nicht Gruppe D, E oder G

Das Hoffen auf eine gute WM-Auslosung : Kein Wunschgegner, aber bloß nicht Gruppe D, E oder G

Deutschland hofft bei der Auslosung der WM-Vorrunden auf sein traditionelles Losglück. Dabei interessieren die Spielorte fast mehr als die Gegner.

Die Angst vor einer "Todesgruppe", der Horror langer Reisen, der Kontinent als Herausforderung: Wenn die acht Fußballlegenden als "Glücksfeen" am Freitag (Live-Ticker) bei der Auslosung der WM-Vorrundengruppen das Schicksal der 32 Teams festlegen, startet umgehend die hektische Phase der finalen Planung. Natürlich für die Organisatoren, erst recht für die Kandidaten auf den Titel, aber auch und vor allem für die Fans.

Für gesetzte Teams wie Deutschland beginnt schon mit der Zulosung der Gruppe das Bangen. Gruppenkopf H1 darf sich zwischen den Spielorten Belo Horizonte, Rio de Janeiro und Sao Paulo (Distanz 698 km) auf kurze Wege freuen. Für D1 liegen zwischen Fortaleza, Sao Paulo und Natal 4697 Kilometer, fast achtmal Luftlinie Hamburg-München. Und dabei sind die Zwischenstopps im Quartierort noch nicht eingerechnet.

"Bedingungen können ständig wechseln"

Der fragwürdige Titel Reiseweltmeister der Vorrunde ist für Team 4 der Gruppe G reserviert, das 5607 km zwischen Natal, Manaus und Recife pendelt. Der Durchschnitt liegt bei 2850 km. Auch eine logistische Herausforderung. "Die Bedingungen können ständig wechseln, von Spielort zu Spielort, die Luftfeuchtigkeit kann extrem hoch sein. Die Reisezeiten, die Entfernungen, die Organisation sind ganz anders als in Europa", betonte Joachim Löw.

Auch wenn der Bundestrainer keinen Wunschgegner hat ("Wir nehmen es wie es kommt"), wird er sich wünschen, nicht in Gruppe D, E oder G zu landen. Denn dies hieße tropische Hitze in Manaus. Im vergangenen Juni brachte es die Stadt am Amazonas auf 34 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent. Höchstleistung unter Extrembedingungen, vor allem für Team 4 aus der Gruppe E, das am 20. Juni in Curitiba im Süden Brasiliens (Tiefsttemperaturen im Juni 2013 um die 10 Grad) spielt und nur fünf Tage später im "Schwitzkasten" der Arena Amazonia ran muss.

1.084.335 Tickets verkauft

Odyssee auch für die Fans, für die ab Sonntag bis zum 30. Januar 2014 auf der Homepage des Weltverbandes Fifa die nächste Ticketverkaufsphase läuft. Die Vergabe erfolgt anschließend per Verlosung. In den beiden ersten Vergaberunden gab es weltweit 6,2 Millionen Nachfragen, allein 500.000 für das Finale. Exakt 1.084.335 Tickets wurden bislang verkauft. "Zum ersten Mal sind alle zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Karten schon weg", bekannte Fifa-Marketing-Direktor Thierry Weil.

Für die Auftritte der DFB-Elf haben deutsche Fans sogar über einen gesonderten Verkaufskanal Zugriff auf acht Prozent der Kartenkontigents des jeweiligen Spiels. Aber mit dem Ticket in der Hand hören die Probleme nicht auf. Die Suche nach Unterkunft und Flügen erfordert ebenfalls Geduld und eine gut gefüllte Reisekasse.

Andere Sorgen haben die Veranstalter, denen vor allem bei der Fertigstellung der Stadien die Zeit wegrennt. In sechs Arenen rollt seit dem Confed Cup der Ball, sechs weitere Spielorte fehlen noch. Die Frist Dezember halten nur zwei ein. Cuiaba und Porto Alegre folgen im Januar, Curitiba im Februar, für Sao Paulo gibt es noch keinen Termin.

"Noch nicht auf Krisenmodus umgeschaltet"

Auch wenn nach dem Kran-Unglück in der Arena Itaquerao, bei dem zwei Bauarbeiter ums Leben kamen, die Arbeiten wieder aufgenommen wurden, herrscht noch Unsicherheit über das Ausmaß des Schadens. "Wir haben noch nicht auf Krisenmodus umgeschaltet. Noch haben wir genügend Zeit, um das Eröffnungsspiel in Sao Paulo durchzuführen", beruhigte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke.

Wenn am Freitag der letzte Teamname aus dem Lostopf gezogen wird, beginnt zwischen Jubel und Klagen über Gegner und Spielort der finale WM-Countdown. "Juntos num so ritmo" - alle im gleichen Rhythmus, wie der WM-Slogan vorgibt.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Lostöpfe im Überblick

(sid)