Kandidaten-Liste ist lang Schweinsteiger bringt Effenberg und Ballack als Bierhoff-Nachfolger ins Gespräch

Berlin · Bastian Schweinsteiger hält den Rücktritt des DFB-Geschäftsführers Oliver Bierhoff nach dem deutschen WM-Debakel für richtig. Der Nachfolger des 54-Jährigen sollte „einfach eine andere Ansicht“ haben und „unbequem sein“.

Sammer, Lahm, Rangnick: Das sind mögliche Bierhoff-Nachfolger
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Das sind die möglichen Bierhoff-Nachfolger beim DFB

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Foto: dpa/David Inderlied

Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger wünscht sich nach dem Aus für DFB-Direktor Oliver Bierhoff mehr unbequeme Figuren im Umfeld der Fußball-Nationalmannschaft. „Michael Ballack, Stefan Effenberg. Das sind Typen, die richtig anpacken können“, sagte Schweinsteiger am Dienstag in der ARD. Er hoffe in der Nachfolge von Bierhoff auf jemanden, „der vielleicht unbequemer ist für die Spieler, vor dem die Spieler auch Respekt haben“, erklärte der 38-Jährige.

WM 2022: Pressestimmen zum Bierhoff-Aus beim DFB​
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Pressestimmen zum Bierhoff-Aus beim DFB

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Foto: dpa/Federico Gambarini

In der sportlichen Leitung müsse nach drei enttäuschenden Turnieren die Richtung verändert werden. Der neue Verantwortliche müsse auf Trainer und Spieler einwirken und „eine andere Ansicht haben“, sagte Schweinsteiger. Begeisternder Offensivfußball sei gut, aber er wünsche sich das auch in der Defensive.

Das Tempo von Bierhoffs Demission habe ihn überrascht, räumte der frühere Nationalspieler ein. Die Entscheidung sei aber richtig. Bierhoff habe zwar viel für den deutschen Fußball getan. Schweinsteiger aber meinte: „Es war jetzt auch Zeit, dass jemand anderes kommt. Das braucht die Nationalmannschaft.“

Auch wenn Bundestrainer Hansi Flick sich über den Verlust seines Vertrauensmanns Bierhoff beim Deutschen Fußball-Bund enttäuscht gezeigt hatte, sagte Schweinsteiger, er „gehe davon aus, dass Hansi weitermacht“. Flicks Vertrag läuft noch bis zur Heim-Europameisterschaft 2024.

Die früheren deutschen Fußball-Nationalspieler Sami Khedira und Thomas Hitzlsperger sprachen sich derweil für Matthias Sammer als Bierhoff-Nachfolger aus. „Ich kenne niemanden, der als Spieler, als Trainer, als Funktionär und als TV-Experte so gut war wie er“, sagte Hitzlsperger am Dienstag in der ARD über den früheren DFB-Sportdirektor. „Ich halte Matthias Sammer für die beste Besetzung.“ Khedira schloss sich seinem früheren Mitspieler an: „Ich schätze Matthias, weil er es einfach schon nachgewiesen hat“, sagte der Weltmeister von 2014, Sammer sei „ein wunderbarer Entwickler.“

Auch der von Schweinsteiger ins Spiel gebrachte Ballack hält Sammer ebenfalls für einen geeigneten Kandidaten: „Natürlich, er hat es bewiesen“, sagte der 46-Jährige auf eine entsprechende Frage bei Magenta TV. „Er beweist das auch durch seine inhaltlichen Formulierungen, da ist Fundament da.“ Ballack ergänzte: „Wichtig ist, dass man die Leute begeistern kann.“ Der ehemalige Kapitän der DFB-Elf sprach sich zudem dafür aus, Bierhoffs Aufgaben zu verteilen. „Der Job ist zehrend, da gibt es unheimlich viel zu tun. Ich glaube nicht, dass es nur auf eine Schulter verteilt werden sollte.“

Der DFB brauche strukturelle Veränderungen, erklärte Khedira, „Fußballkompetenz“ sei für ihn das Wichtigste. Erst wenn inhaltliche Themen geklärt seien, sollte es um Personen gehen. Auf die Frage, ob er sich selbst einen Posten beim DFB vorstellen könne, antwortete Khedira: „Nein, mein Name ist vollkommen unwichtig.“ Auch Hitzlsperger, befragt nach eigenen Ambitionen, reagierte ausweichend: „Ich brauch dazu gar nix sagen.“

(dpa/old)
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