WM 2018 Viertelfinale: Kroatische Fans jubel in Davor Sukers Fanzone in Moskau

Nach Sieg gegen Russland : Kroatische Fans jubeln in Sukers Fanzone in Moskau

Moskau war fest in Hand der russischen Fans. Aber am Rande des Gorki-Parks weht die rot-weiß-blaue kroatische Fahne im Wind. In Wien ist es nach dem Sieg der Kroaten gegen Russland zu Ausschreitungen gekommen.

Jakov Despot weiß kaum wohin mit seiner Freude. Zusammen mit Hunderten Kroaten feiert er in Moskau in der kroatischen Fanzzone den Viertelfinalsieg gegen Russland. Im weißen Partyzelt, dass der Verband hat aufstellen lassen, herrscht nach dem Viertelfinalsieg ausgelassene Stimmung.

„Wir bleiben hier bis zum Finale“, sagt Despot, Chef der kroatischen Handelskammer in Russland - und meint damit sowohl das Team von Coach Zlatko Dalic als auch die Fanzone.

Am Samstagabend sind vor allem russische Fans in die kroatische Fußball-Enklave gekommen - laute „Rossija“-Rufe schallen schon vor dem Anpfiff über den Platz. Kurzzeitig rückt wegen des großen Andrangs die Polizei-Sondereinheit Omon an, rund 8000 Zuschauer stehen und sitzen vor der großen Leinwand.

„Warum gehen sie denn nicht in ihre eigene Fanzone?“, wundert sich die gebürtige Kroatin Drazenka, die in Moskau lebt und mit ihren Freunden klar in der Unterzahl gegen die russische Fan-Übermacht ist. Beim entscheidenden Elfmeter von Ivan Rakitic herrscht kurzzeitig gespenstige Stille, die nur von vereinzelten Jubelschreien durchbrochen wird.

Die meisten Kroaten haben sich in das VIP-Zelt zurückgezogen, stoßen dort mit Dosenbier auf den Halbfinal-Einzug an. Auf dem Gelände am Fuße der Kunstgalerie, die gerade eine Ausstellung des britischen Streetart-Phänomens Banksy zeigt, sei auch Suker schon mehrfach gewesen, versichert Despot. Aber warum eine eigene Fanzone?

„Wir wollten eine Plattform schaffen für alle, die den Fußball lieben und Anhänger von allen Teams einladen.“ Wie ist der Verband an dieses exponierte Gelände für fünf Wochen gekommen? „Wir haben gute Beziehungen zur Stadt Moskau“, sagt Despot.

So werden auch die Halbfinals und das Endspiel noch unter kroatischer Flagge in der russischen Hauptstadt gezeigt. Bevor es am Samstagabend hinaus in die Nacht geht, wischt sich Drazenka noch hastig die aufgemalte kroatische Fahne von der Wange. „Man weiß ja nie.“ Zumindest in der kroatischen Fußball-Enklave bleibt es aber friedlich.

Krawalle in Wien

In Wien ist es nach dem Sieg der Kroaten zu Ausschreitungen gekommen. Laut österreichischen Medienangaben gab es mehrere Verletzte, insgesamt wurden 78 Anzeigen erstattet. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen.

Die Ottakringer Straße in Wien musste nach Polizeiangaben vorübergehend gesperrt werden. "Halten Sie sich an die Gesetze!", riefen Beamte über Lautsprecher aus dem Polizeibus mehrmals in Richtung der Menge. Erst gegen Mitternacht wurde die Straßensperre wieder aufgehoben.

(rent/dpa)