WM 2018: Schweden will Weltmeister Deutschland stürzen

"Der ganze Druck liegt bei Deutschland" : Schweden will den Weltmeister stürzen

Nach dem mühsamen Sieg gegen Südkorea fassten Emil Forsberg und Co. das Duell mit Deutschland ins Auge. „Das wird ein geiles Spiel, das können wir genießen“, sagte der Leipziger Offensivspieler.

Emil Forsberg hielt sich mit dem mühevollen Pflichtsieg über Südkorea nicht mehr lange auf. Noch im Stadion von Nischni Nowgorod kündigte der Mittelfeldspieler von RB Leipzig große Taten gegen die angeschlagenen deutschen Weltmeister an. "Der ganze Druck liegt auf ihren Schultern, das werden wir ausnutzen", kündigte Forsberg voller Entschlossenheit vor dem Gruppenspiel am Samstag (20 Uhr MESZ) in Sotschi an. Dort könnte Schweden die DFB-Auswahl bereits aus dem Turnier schießen.

Die große Chance, dem Titelverteidiger schon zu diesem frühen Zeitpunkt den K.o.-Schlag zu versetzen, treibt die Schweden an. "Das wird ein geiles Spiel, das können wir genießen", sagte Forsberg, der nur eine Sorge hat, sollte das Undenkbare gelingen: "Darf ich überhaupt noch einreisen?".

Andreas Granqvist, Schütze des entscheidenden Treffers (65./Foulelfmeter) beim hart erkämpften 1:0 (0:0), hatte keine Zeit für derartige Scherze. Der beinharte Innenverteidiger und Kapitän, gegen die Asiaten nicht nur wegen seines Treffers der beste Mann auf dem Platz, betonte: "Wir kämpfen, wir sind Krieger und tun das, was wir tun sollen. Wenn wir gegen Deutschland gewinnen, sind wir durch."

Für Deutschland würde eine weitere Niederlage dagegen schon fast das Aus bedeuten. Die Weltmeister von Bundestrainer Joachim Löw wären auf Schützenhilfe angewiesen. Und das ausgerechnet von Südkorea, das ebenfalls am Samstag (17 Uhr MESZ) gegen Mexiko gewinnen müsste.

Die Asiaten aber präsentierten sich am Montag derart schwach, dass wenig für einen Sieg gegen El Tri spricht. Selbst der noch auffällige Ex-Bundesligaprofi Heung Min Son zuckte resigniert die Achseln. "Gegen Mexiko und Deutschland, das wird noch viel schwerer als dieses Spiel", sagte er und schob halbherzig hinterher: "Aber das ist Fußball, alles ist möglich."

Die Ära Zlatan Ibrahimovic ist bei Schweden beendet

Genau daran glauben auch Forsberg und Co. - zumal Mexiko am Sonntag vorgeführt hat, wie es gegen Deutschland klappen kann. Hinten gut verteidigen, vorne schnelle Konter setzen. Dieses simple Konzept, das längst weltweit bekannt ist, wollen auch die Schweden umsetzen. "Wir können verteidigen, das haben wir mehrfach bewiesen. Die Defensive ist unsere größte Stärke", meinte Forsberg: "Und wir müssen kein Tor schießen - Deutschland dagegen schon. Das wird uns Räume geben, und dann können wir umschalten."

Und wenn die Schweden ihre Chancen noch besser nutzen als im Duell mit Südkorea, könnte es mit der Sensation tatsächlich klappen. Die Blau-Gelben spielen als Mannschaft, sie treten geschlossen stark auf, und sie lieferten in ihrem ersten WM-Spiel seit zwölf Jahren den Beweis, dass die Ära Zlatan Ibrahimovic im Nationalteam nicht nur auf dem Papier beendet ist - sondern, dass diese Mannschaft einen oftmals egoistischen Superstar nicht benötigt.

"Ich bin stolz auf das Team, wir haben mit viel Leidenschaft verteidigt. Es war nicht mein bestes Spiel, aber ich bin viel gelaufen und habe der Mannschaft geholfen", sagte Forsberg und schob mit Blick auf das Spiel gegen Deutschland nach: "Wir müssen daran glauben, dass wir sie schlagen können. Dass es nicht unmöglich ist, hat man gesehen."

(togr/SID)
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