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WM 2018: Diego Maradona glaubt weiter an Lionel Messi

Argentinien verpatzt WM-Auftakt : Maradona glaubt weiter an Messi

Argentinien verpatzt den WM-Auftakt in Russland. Gegen Neuling Island reicht es für den Mitfavoriten nur zu einem 1:1. Lionel Messi verschießt einen Elfmeter und erntet damit Spott. Aufmunternde Worte erhält der Superstar von Diego Maradona.

Nach dem verpatzten Auftakt in seine womöglich letzte Fußball-WM drosch Lionel Messi den Ball enttäuscht in die Luft und riss sich frustriert die Kapitänsbinde vom Arm. Nach einigem Durchatmen beruhigte er die besorgten argentinischen Gemüter aber. „Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen“, sagte Messi. Der Superstar der Albiceleste gab aber auch zu: „Es tut mir weh, den Elfer verschossen zu haben.“

Der Strafstoß des Kapitäns und eine insgesamt nicht titeltaugliche Leistung der Argentinier sorgten gegen den wackeren WM-Neuling Island für ein enttäuschendes 1:1 (1:1). Zu wenig, denn gegen Kroatien stehen die Südamerikaner am kommenden Donnerstag schon unter Siegzwang. „Es herrscht Frust bei uns“, räumte Trainer Jorge Sampaoli ein, die tätowierten Arme verschränkt. „Das ist eine harte Gruppe“, betonte er. Tags zuvor hatte er sich noch deutlich selbtbewusster gegeben.

Die zwölfte unterschiedliche Aufstellung im zwölften Spiel unter seiner Führung brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Sergio Agüero brachte Argentinien in der 19. Minute zwar in Führung. Bundesliga-Legionär Alfred Finnbogason nutzte die eklatanten Defensiv-Unzulänglichkeiten der Südamerikaner aber schon vier Minuten später zum Ausgleich. „Unser Plan hat fast perfekt funktioniert. Das ist eine Art Meilenstein für uns“, meinte Islands Trainer Heimir Hallgrímsson.

Messi hätte den Plan zerstören können. Alles im Spiel der Argentinier ist auf den fünfmaligen Weltfußballer ausgerichtet. Und Messi zeigte, dass er wollte. Er forderte die Bälle und übernahm auch in dieser 64. Minute die Verantwortung. Doch die Nerven spielten nicht mit. Messi verschoss bereits den vierten der vergangenen sieben Elfmeter - übergreifend im Verein und für die Nationalmannschaft. Er scheiterte mit seinem schwachen Schuss halbhoch am überragenden Hannes Thór Halldórsson im Tor der Isländer. Der Großteil der Zuschauer in himmelblau und weiß unter den 44.190 Besucher wollte es nicht glauben.

Islands Keeper zeigt sich stolz

„Dem besten Spieler der Welt bei einem Elfmeter zu begegnen, ist ein großer Moment. Es ist ein Traum, der wahr wird. Besonders, weil es uns geholfen hat, diesen wichtigen Punkt zu gewinnen“, sagte der Keeper des WM-Debütanten. „Es ist immer schwer gegen uns - auch für Weltklassespieler. Insgesamt ist das ein verdienter Punkt“, betonte Finnbogason vom FC Augsburg. Aus seinem Stolz über das erste WM-Tor für das kleine Island machte er keinen Hehl: „Davon habe ich als kleiner Junge geträumt.“

Für Messi kann die WM im schlimmsten Fall zum Alptraum werden. Es könnte sein, dass er zwei Tage nach seinem 31. Geburtstag gegen Nigeria ums Erreichen der K.o.-Runde bangen muss. Er ist sich aber sicher: Vorher wird er mit dem zweimaligen Weltmeister Kroatien schlagen.

Aufmunternde Worte erhielt Messi von einem noch größeren Fußball-Idol seines Landes. "Ich habe eine WM mit einer Niederlage begonnen, nicht nur mit einem Remis", schrieb Diego Maradona (57) bei Instagram-Profil und fügte an: "Am Ende haben wir es dann bis ins Finale geschafft."

Maradona pafft Zigarre - und entschuldigt sich

Maradona, der beim 1:1 der Gauchos gegen Island in einer Ehrenloge des Moskauer Spartak-Stadions mitlitt, spielte dabei auf die Weltmeisterschaft 1990 in Italien an, als der zweimalige Weltmeister mit einem 0:1 gegen Kamerun ins Turnier gestartet war, sich dann aber berappelte, ehe im Finale von Rom beim 0:1 gegen Deutschland doch noch der Traum vom dritten Titel platzte.

Auf der Tribüne bot Maradona am Samstag mal wieder eine Show. Mit rotverspiegelter Brille und in einem blauen Retro-Pullover (Aufschrift "Mundial 1978") stimmte er in die Gesänge der Gaucho-Fans ein, zog genussvoll trotz Rauchverbots im Stadion an einer Zigarre und entschuldigte sich später dafür öffentlich über Instagram bei den Organisatoren. Er sei angespannt gewesen, erklärte "el pibe de oro".

(old/rent/dpa)