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WM 2018: Costa Rica um Keylor Navas plant sein zweites WM-Wunder

Nach Viertelfinale 2014 : Costa Rica plant sein zweites WM-Wunder

Nach dem sensationellen Viertelfinaleinzug vor vier Jahren will Costa Rica auch bei dieser WM überraschen. Die Helden von damals sollen es wieder richten - allen voran Torhüter Keylor Navas.

Vor vier Jahren war Costa Rica die Sensation bei der WM in Brasilien, jetzt wollen die Helden von damals ein zweites Fußball-Märchen schreiben. "Wir wollen, dass die Geschichte Costa Ricas noch bedeutender wird", sagt Torhüter Keylor Navas: "Wir wollen noch besser sein als bei der letzten WM."

Noch besser? Das würde das Halbfinale bedeuten. Allerdings: Seit dem Viertelfinaleinzug vor vier Jahren wird keiner mehr die Ticos unterschätzen, auch nicht WM-Auftaktgegner Serbien am Sonntag (14 Uhr MESZ/ZDF) in Samara. "Dank unserer Stabilität und unserer Resultate haben wir uns Respekt erarbeitet", sagt Trainer Oscar Ramirez: "Unsere Rolle hat sich verändert."

Die letzten Länderspiele gegen Belgien und davor gegen England (0:2) haben außerdem eklatante Schwächen offenbart. Gegen Belgien betrug Costa Ricas Ballbesitz nur 31 Prozent - das ist selbst für Konterspezialisten lächerlich wenig. Ramirez beruhigt: "Ich habe keine Angst, wir können gut mit Schwierigkeiten umgehen."

Keylor Navas von Real Madrid wird in Costa Rica verehrt

Ramirez kann auf einen eingespielten Kader setzten, der im Vergleich zur WM vor vier Jahren fast identisch ist. Großer Rückhalt soll erneut Keylor Navas sein. Nach seinem dritten Champions-League-Sieg in Folge mit Real Madrid tritt der 31-Jährige mit viel Selbstbewusstsein an.

In Costa Rica wird Navas als Fußball-"Gott" verehrt, doch in Europa haftet ihm der Makel an, für das "weiße Ballett" von Real nicht gut genug zu sein. Nachdem Navas gegen England einen Fernschuss von Marcus Rashford nicht parieren konnte, ätzte Englands Ex-Nationalspieler Lee Dixon, Navas sei "der überbewerteste Torhüter im Weltfußball". Navas will seine Kritiker bei der WM Lügen strafen.

Auch Ramirez musste sich Spott gefallen lassen, als er sich nach der Belgien-Pleite ein paar peinliche Blackouts leistete. Ihm waren auf der Pressekonferenz die Namen der WM-Spieler Eden Hazard ("die Nummer zehn"), Xherdan Shaqiri ("dieser Kleine") sowie Harry Kane ("dieser Angreifer") zunächst nicht eingefallen, er stammelte etwas unbeholfen.

Es gab Gelächter im Presseraum, ja, und auch einen kurzen Aufschrei in den Sozial-Netzwerken. Aber Ramirez, intern wegen seiner Fachkenntnisse sehr geschätzt, dürften in jenem Moment bereits Namen wie Filip Kostic und Nemanja Matic im Kopf herumgespukt sein.

"Wir dürfen nicht die Relationen verlieren. Die Leistungsdichte in Serbien ist deutlich höher als bei uns", warnt Ramirez vor den hohen Erwartungen in der Heimat. Die Serben präsentierten sich beim 5:1 gegen Bolivien vor einer Woche in Torlaune. Für Wirbel über die Flügel soll HSV-Profi Kostic sorgen, der sich mit starken WM-Auftritten für einen großen Klub empfehlen will.

(sid)