WM 2018: Brasilien, Argentinien und Mexiko benennen WM-Kader

Brasilien, Argentinien und Mexiko benennen WM-Kader: Angeschlagener Neymar soll Brasilien zum Titel führen

Nationaltrainer Tite wagt bei seiner Nominierung keine Experimente. Auch Vizemeister Argentinien setzt mit Messi, Mascherano und Di María auf Routiniers. Für Bayern-Profi Rafinha und den früheren Hamburger Guerrero ist der Traum von der WM hingegen geplatzt.

Topfit ist Brasiliens Stürmerstar Neymar nach seiner Fußverletzung noch nicht - trotzdem soll der 26-Jährige die Seleção bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland anführen. Nationalcoach Tite nominierte den Profi von Paris Saint-Germain am Montag für den 23-köpfigen Kader.

Für Rafinha vom FC Bayern München hingegen ist der WM-Traum geplatzt. Der Abwehrspieler hatte sich nach der Kreuzbandverletzung von Dani Alves noch Hoffnung auf ein Ticket nach Russland gemacht. Der Nationaltrainer entschied sich stattdessen aber für Fagner von Corinthians und Danilo von Manchester City.

Auf große Experimente will sich Tite offenbar nicht einlassen. Die meisten Nominierten spielen in den Profi-Ligen Europas, sechs Spieler waren schon bei der WM 2014 dabei. Mit zwei Spielern überraschte der Trainer allerdings: Verteidiger Geromel von Gremio und Stürmer Taison von Schachtjor Donezk.

„Mit diesen Namen bin ich mit mir im Reinen“, sagte Tite am Montag. „Ich weiß, dass es auch andere Meinungen geben wird und die haben auch ihre Berechtigung. Manchmal hat eine Entscheidung mit Details zu tun, mit Vielseitigkeit oder der Fähigkeit auf einer bestimmten Position zu spielen.“

Auch Argentinien vertraut bei seiner WM-Mannschaft vor allem auf erfahrene Spieler rund um Superstar Lionel Messi. Nationalcoach Jorge Sampaoli nominierte am Montag neun Spielern, die schon bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien dabei waren, wo Argentinien im Finale gegen die deutsche Mannschaft verloren hatten.

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Zu der routinierten Truppe gehören unter anderen Sergio Agüero (Manchester City), Ángel Di María (PSG) und Javier Mascherano (Hebei China Fortune). Zur Stärkung der oft kritisierten Abwehr der „Gauchos“ wurden unter anderen Nicolás Otamendi (Manchester City) und Gabriel Mercado (Sevilla) einberufen.

Mexiko schickt neben Topstar Javier Hernández „Chicharito“ auch die beiden Frankfurter Bundesligaspieler Carlos Salcedo und Marco Fabián nach Russland. Für Ruhe im Team soll der routinierte Altstar Rafael Marquéz sorgen. Er sei „optimistisch, glücklich, stolz und sehnsüchtig“, sagte Nationaltrainer Juan Carlos Osorio. Mexiko ist am 17. Juni in Moskau Deutschlands erster Turniergegner.

Eine bittere Nachricht erhielt am Montag der Peruaner Paolo Guerrero. Der frühere Bundesligaprofi verpasst wegen einer verlängerten Dopingsperre die Weltmeisterschaft. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte den Stürmer für 14 Monate. Die Peruaner hatten sich erstmals seit 1982 wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert.

Guerrero war im Oktober 2017 bei einer Dopingkontrolle nach dem 0:0 im Qualifikationsspiel gegen Argentinien positiv getestet worden. Der Weltverband FIFA sperrte den ehemaligen Spieler des FC Bayern und des Hamburger SV daraufhin für ein Jahr. Im Dezember wurde die Sperre auf ein halbes Jahr reduziert. In einem Berufungsverfahren verlängerte der CAS die Strafe nun auf 14 Monate. Die bereits verbüßte sechsmonatige Sperre werde darauf angerechnet, teilte der Sportgerichtshof mit.

(SID)
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