Nach Ausfall des WM-Stars : Wer ersetzt bloß Neymar?

Nach dem Schock über das vorzeitige WM-Aus von Superstar Neymar rätselt ganz Brasilien, wer den auffälligsten Spieler der Selecao im Halbfinale am Dienstag gegen Deutschland zumindest halbwegs ersetzen kann.

Der Superstar ist mittlerweile aus dem WM-Quartier der Brasilianer abgereist, ein Hubschrauber brachte ihn in seine Heimstadt. Medienberichten zufolge habe der 22-Jährige zwar gern bei der Mannschaft bleiben wollen, solle auf Anraten der Ärzte aber vorerst viel Bettruhe halten.

Trainerfuchs Luiz Felipe Scolari ließ sich derweil noch nicht in die Karten schauen, objektiv betrachtet ergeben sich für ihn aber fünf Möglichkeiten. Klar ist jedoch: Eins zu eins kann keiner Neymar ersetzen.

Der schnelle und trickreiche Flügelspieler des englischen Top-Klubs FC Chelsea kann auch im offensiven Mittelfeld spielen. Bei seinen bisherigen drei Kurzeinsätzen (39 Minuten) ging aber kaum Gefahr vom Lockenkopf aus. Gegen Willian, der nach einer herausragenden Hinrunde bei Chelsea in ein kleines Leistungsloch gefallen ist, spricht zudem dessen Fehlschuss im Achtelfinal-Elfmeterschießen gegen Chile. Am Samstag musste er wegen Rückenschmerzen das Training abrechen.

Der 1,66 m kleine Dribbelkünstler kann mit seiner überragenden Technik ein Spiel allein entscheiden, körperlich hat er jedoch deutliche Defizite. Das könnte gegen die robusten deutschen Defensivspieler schwer werden. Außerdem kam der Ukraine-Legionär von Schachtjor Donezk bislang nur auf 66 WM-Minuten. Im Spielrhythmus ist Bernard also nicht.

Dass der Bundesliga-Profi des VfL Wolfsburg nach abgesessener Gelbsperre gegen seine Wahlheimat Deutschland zurück in die Startelf kehrt, scheint sicher. Da aber in seiner Abwesenheit Fernandinho und Paulinho ihre Aufgaben gegen Kolumbien mit Superstar James Rodriguez souverän gelöst haben, könnte sich Scolari auch für ein defensives Dreier-Mittelfeld entscheiden. Dann würden die offensiven Hulk und Oscar als Außenstürmer auflaufen, um die zentrale Spitze Fred zu unterstützen.

Den körperlich robusten und dynamischen Profi des FC Chelsea könnte Scolari auf einer der Außenpositionen bringen. Oscar würde dann die Neymar-Position als hängende Spitze übernehmen. Ramires hat immerhin in allen bisherigen fünf WM-Partien gespielt (130 Minuten), Bäume ausgerissen hat er aber nicht. Vom 27-Jährigen hatte die brasilianische Öffentlichkeit im Vorfeld viel mehr erwartet.

Der 1,91 m große Angreifer wäre die offensive Lösung. Scolari hält viel vom eleganten und gleichzeitig robusten Spieler, an dem auch Borussia Dortmund Interesse zeigen soll. Der 27-Jährige könnte Stürmer Fred in der Spitze entlasten und auch die weiten Wege gehen.

(sid)