Bayern-Star beim Confed-Cup in Brasilien Dante packt das Fieber: "Denke an nichts anderes"

Frankfurt/Main · Die Triple-Sieger Dante und Luiz Gustavo vom FC Bayern München dürfen die Beine noch lange nicht hochlegen. Beim Confed-Cup wollen sich die Brasilianer für die WM 2014 empfehlen - wie so manch anderer Bundesliga-Profi auch.

Confed-Cup 2013: Die Bundesliga-Legionäre
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Der Confederations Cup, die WM-Generalprobe in Brasilien, ganz ohne Deutschland? Von wegen:
Champions-League-Sieger FC Bayern wird gut vertreten mit Dante, Luiz Gustavo und Javier Martínez. Die Bundesliga ist mit insgesamt 13 Fußball-Profis dabei, darunter gleich acht Japanern. Und Schiedsrichter Felix Brych, der Jurist aus München, darf bei der Mini-WM pfeifen. Für niemand aber dürfte das Turnier der Kontinental-Meister so wichtig sein wie für die Brasilianer Dante und Luiz Gustavo. Für die beiden Triple-Gewinner soll sich 2014 auch der Traum von einer Heim-WM mit der Seleção erfüllen - und dafür können sich die Bayern-Asse nun empfehlen.

Dante darf vielleicht sogar in seiner Heimatstadt Salvador de Bahia spielen, dort trifft der Gastgeber am 22. Juni auf Italien. Jede Woche sei er früher im Stadion Fonte Nova gewesen und habe den FC Bahia angefeuert. "Ich lebte in einem Stadtviertel, das Binoculo genannt wurde. Da gab es kleine, kurvige Sträßchen, und ich habe überall gespielt: auf dem Fußballplatz, dahinter oder daneben", erzählt der Innenverteidiger in einem Interview auf der Homepage des Weltverbandes Fifa und gab gleich mal den Touristenführer: "Ich würde jedem empfehlen, unsere Strände kennenzulernen. Sie sind wunderschön und ruhig."

"Wir haben unser Ziel erreicht"

Den Trubel rund um die brasilianische Nationalmannschaft kennt Dante spätestens seit dem 6. Februar: Bei der 1:2-Niederlage im Wembley-Stadion hatte er sein Länderspiel-Debüt gegeben. "Wir haben unser Ziel erreicht, nominiert zu werden. Durch die guten Leistungen mit Bayern München steigen unsere Chancen, zur WM zu fahren", sagt der 29-Jährige über sich und Luiz Gustavo. Der defensive Mittelfeldspieler wiederum meint: "Der Confed-Cup ist ganz wichtig für uns. Das ganze Land freut sich auf das Turnier. Das wird eine sehr, sehr harte Aufgabe."

Die Erwartungshaltung ist enorm im Land des fünffachen Weltmeisters, bereits beim Confed Cup. Den hatte Brasilien 2005 und 2009 gewonnen, war aber jeweils bei der WM danach gescheitert. "Ich denke schon seit geraumer Zeit an nichts anderes mehr. Wirklich. Ich kenne den ganzen Spielplan schon seit langem auswendig und hoffe, dass ich die Chance haben werde, am 22. beim Spiel Brasilien gegen Italien in Salvador dabei zu sein", sagt Dante über das am Samstag mit der Partie gegen Japan beginnende Turnier. "Fast meine gesamte Familie ist noch dort: meine Mutter, meine Geschwister, mein Vater wird aus Belém anreisen. Es ist gar nicht möglich, nicht daran zu denken."

Trainer Scolari entscheidet

Ob Dante beim Confed Cup spielen darf und dann bei der WM dabei ist, hängt natürlich in erster Linie von ihm selbst und von Trainer Luiz Felipe Scolari ab. Luiz Gustavo konnte sich zuletzt beim FC Bayern nicht so oft empfehlen wie Bayern-Stammspieler Dante, bezeichnet aber den Kontakt zu Scolari als "sehr gut. Er ist ein sehr offener Mensch, der sagt, was er denkt und klar Ansagen macht."

Klare Worte findet auch Spaniens Weltmeister-Coach Vicente del Bosque für Dantes und Luiz Gustavos Bayern-Kollegen Martínez. "Wir glauben sehr an ihn, gegenwärtig, und sind uns auch sicher, dass er in Zukunft ein wichtiger Spieler für uns sein kann", sagte er dem Fachmagazin "Kicker". Der Mittelfeldspieler stehe in der ersten Startreihe, wenn es um einen Generationswechsel gehe. Profitieren könnte Martínez auch vom Ausfall Xabi Alsonsos. "Wenn ich spiele, werde ich super vorbereitet sein", verspricht er nach einer "genialen" Saison mit dem FC Bayern, zu deren Beginn sich der 40-Millionen-Mann aber erst einmal in Deutschland hatte eingewöhnen müssen.

Während die Confed-Cup-Teilnehmer Italien, Mexiko, Tahiti und Uruguay ohne Bundesliga-Spieler antreten, hat Japans italienischer Trainer Alberto Zaccheroni gleich acht Profis von deutschen Vereinen für Brasilien angefordert: Makoto Hasebe (VfL Wolfsburg), Takashi Inui (Eintracht Frankfurt), Shinji Okazaki, Gotoku Sakai (beide VfB Stuttgart), Atsuto Uchida (Schalke 04), Hiroki Sakai (Hannover 96), Hiroshi Kiyotake (1. FC Nürnberg) und Hajime Hosogai (Bayer Leverkusen/künftig Hertha BSC). Bei Nigeria spielen Joseph Akpala von Werder Bremen und Anthony Ujah vom 1. FC Köln mit.

(dpa/sgo/seeg)
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