Nach 0:4 gegen Armenien Dänische Presse fordert Rauswurf von Morten Olsen

Düsseldorf · Nach der Riesenblamage gegen Fußball-Zwerg Armenien hatte die dänische Öffentlichkeit den Schuldigen schnell gefunden. "Auf Wiedersehen Olsen", titelte das Boulevardblatt BT nach dem peinlichen 0:4 gegen Armenien in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien.

 Die dänische Presse fordert die Ablösung von Morten Olse als Nationaltrainer.

Die dänische Presse fordert die Ablösung von Morten Olse als Nationaltrainer.

Foto: dpa, Marcus Brandt

Und die Konkurrenz-Zeitung Ekstra Bladet schrieb auf ihrer Titelseite über ein Foto des Nationaltrainers: "Fertig." Nach 13 Jahren scheint sich die Ära der dänischen Fußball-Ikone Morten Olsen dem Ende zuzuneigen.

Denn die höchste Niederlage seit der WM 1986 (1:5 im Achtelfinale gegen Spanien) hat die Sportnation bis ins Mark erschüttert - und das nicht nur, weil die WM-Teilnahme Dänemarks in weite Ferne gerückt ist. "Schandfleck", "Blamage", "größte Krise seit 30 Jahren": Vor allem der lustlose Auftritt gegen den Weltranglisten-89. befeuerte die teilweise vernichtenden Schlagzeilen.

Die Tageszeitung Politiken, sonst eher nicht für Populismus bekannt, gab jedem Spieler außer Torhüter Stephan Andersen die schlechteste Note. Fast alle Kommentatoren forderten Olsens Rücktritt.

"Der schlimmste Abend meiner Karriere"

"Das war der schlimmste Abend meiner Karriere", sagte Olsen selbst, der die Gegentreffer von Jura Mowsisjan (1. und 59.), Aras Özbiliz (19.) und Henrich Mchitarjan (82.) weitestgehend regungslos auf der Trainerbank verfolgte. Immerhin übernahm er nach der höchsten Niederlage des Landes in der WM-Qualifikation "die volle Verantwortung".

Auch der Wolfsburger Innenverteidiger Simon Kjaer, nach seinem schwachen Auftritt ebenfalls hart in der Kritik, konnte sich an ein ähnliches Ereignis nicht erinnern: "Das war das schlimmste Spiel in meinem Leben." In einer ersten Stellungnahme bekam Olsen vom nationalen Fußballverband DBU allerdings Rückendeckung.

Obwohl selbst die Armenier nach dem höchsten Sieg ihrer Länderspielgeschichte in der Tabelle der Gruppe B vorbeizogen. Am vergangenen Freitag hatte Armenien vor eigenem Publikum noch 0:1 gegen Malta verloren.

Ibrahimovic rettet Schweden

Eine ähnliche katastrophale Pleite wie Dänemark verhinderte bei den Schweden einmal mehr Superstar Zlatan Ibrahimovic. Der Stürmer schoss die Skandinavier mit seinem Doppelpack (35. und 82., Foulelfmeter) beim 2:0 gegen die Färöer auf den dritten Platz der deutschen Gruppe C. Genauso wie Österreich und Irland haben die Schweden elf Punkte auf ihrem Konto.

Allerdings sorgte der exzentrische 31-Jährige wieder einmal für gehörigen Wirbel auf dem Platz. Gleich mehrmals geriet er mit seinen Gegenspielern aneinander und hatte Glück, dass er nicht die Rote Karte sah: Bei einer Diskussion mit dem Schiedsrichter warf er dem herankommenden Gäste-Torwart Gunnar Nielsen den Ball ins Gesicht.

"Ich habe ihn nicht gesehen", meinte Ibrahimovic später lapidar - ehe er zu einer Generalabrechnung mit dem Gegner ansetzte: "Ich habe noch nie eine Mannschaft gesehen, die sich so viel beschwert." Nielsen sah die Situation naturgemäß anders: "Wenn ich hingefallen wäre, hätte er die Rote Karte gesehen. Sein Verhalten war respektlos. Aber so ist er eben."

Eine Enttäuschung musste trotz eines Tores des Schalkers Teemu Pukki mit Finnland hinnehmen. In Weißrussland reichte es für den Außenseiter der Gruppe I nur zu einem 1:1. Hinter Welt- und Europameister Spanien (11 Punkte) und Frankreich (10) liegen die Finnen mit sechs Zählern fast schon aussichtslos auf dem dritten Platz.

(sid/can)