Arjen Robben muss nach Aus gegen Argentinien Sohn Luka trösten

Rührende Szene nach Halbfinale : Robbens Sohn Luka weint bittere Tränen

Die Niederlande sind im WM-Halbfinale gegen Argentinien im Elfmeterschießen gescheitert und müssen weiter auf ihren ersten Titel warten. Die Fans waren nach dem Elfmeter-Drama von Sao Paulo untröstlich – und auch der Sohn von Arjen Robben weinte hemmungslos. Der Star des FC Bayern München musste seinen Sprössling trösten.

Die Niederlande sind im WM-Halbfinale gegen Argentinien im Elfmeterschießen gescheitert und müssen weiter auf ihren ersten Titel warten. Die Fans waren nach dem Elfmeter-Drama von Sao Paulo untröstlich — und auch der Sohn von Arjen Robben weinte hemmungslos. Der Star des FC Bayern München musste seinen Sprössling trösten.

Als die nahezu unglaubliche Berg- und Talfahrt seiner Karriere wieder mal einen schmerzhaften Tiefpunkt erreicht hatte, sorgte Robben für eines der rührendsten Bilder dieser WM. Als einziger der Minuten zuvor auf bittere Art und Weise gescheiterten Niederländer nahm er nach dem Halbfinal-Aus nicht den direkten Weg in die Kabine, sondern suchte und fand Ehefrau Bernadien auf der Tribüne.

Sohn Luka saß auf ihrem Arm und weinte bitterlich. Und auch das Winken und die liebevollen Grimassen seines Vaters trösteten ihn nicht. Er vergrub den Kopf in den Arm der Mutter, die winkte noch einmal, und Arjen Robben folgte seinen Kollegen.

Dass der auf dem Platz meist so egoistische Offensivstar nach der 2:4-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Argentinien keinen Tunnelblick hatte, sagt viel aus über den Bayern-Stürmer. Kaum ein Fußballer hat in den vergangenen Jahren so viele Höhen und Tiefen erlebt wie Arjen Robben.

An seiner Enttäuschung änderte das natürlich nichts. "Es ist Scheiße", sagte der 30-Jährige: "Und es tut weh." Wie vor vier Jahren in Südafrika verpasste er den WM-Titel auf der Zielgeraden knapp. Wie damals vergab er in einem Spiel auf Messers Schneide die beste niederländische Chance. Und diesmal könnte es der letzte Anlauf gewesen sein.

Die Chance zum 1:0 in der 90. Minute, das die Argentinier wohl nicht mehr hätten kontern können, beschrieb Robben verhältnismäßig nüchtern. "Es war eine gute Gelegenheit, aber ich konnte nicht mehr daraus machen", erklärte er: "Ich bin ein wenig aus der Balance geraten. Und der Argentinier (Javier Mascherano, Anm. d. Red.) hat gerade rechtzeitig zur Grätsche angesetzt."

Bei der WM vor vier Jahren war es noch schlimmer gewesen. Es war das Endspiel gegen Spanien, nicht das Halbfinale, und es war damals eine hundertprozentige Chance. Robben vergab sie, die Niederlande verloren 0:1 nach Verlängerung. "Diese Szene sucht mich immer noch heim", sagte er noch vor kurzem: "Es ist ein Film in meinem Kopf geworden. Einer, der sich immer und immer wieder abspielt." 2012 folgten der vergebene Elfmeter im Champions-League-Finale der Bayern gegen den FC Chelsea und Anfeindungen der eigenen Fans. Das werde er "nie vergessen", versicherte er: "Das war schlimm."

2013 dann die Wende zum Guten. Robben schoss für die Bayern das 2:1-Siegtor im Champions-League-Endspiel gegen Borussia Dortmund, und auch im Pokalfinale gegen den BVB (2:0 n.V.) erzielte er vor wenigen Wochen das Führungstor. Mit diesem Selbstvertrauen trumpfte er in Brasilien auf, und die niederländische Zeitung Telegraaf war sich vor dem Halbfinale sicher, dass der Bayern-Star beim Gewinn des Titels zum besten Spieler des Turniers gewählt werden würde. Im entscheidenden Moment aber fehlte Robben wieder das Glück.

Er sei "total enttäuscht", sagte Robben, "aber auch unheimlich stolz auf die Mannschaft". Und der kommende Weltmeister steht für ihn auch schon fest: "Deutschland. Die Argentinier werden keine Chance haben."

Im Spiel um Platz drei am Samstag (22 Uhr/Live-Ticker) gegen Gastgeber Brasilien hat Robben zumindest die Chance, seinem Sohn wieder ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Arjen Robben tröstet Sohn Luka nach Halbfinal-Pleite

(sid)
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