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"Hoyzer" künftig eine Beleidigung: Wettskandal: Sorge um Autorität der Schiedsrichter

"Hoyzer" künftig eine Beleidigung : Wettskandal: Sorge um Autorität der Schiedsrichter

Frankfurt (rpo). In den Fußball-Amateurligen steht den Schiedsrichtern angesichts des Manipulations-Skandals um ihren Ex-Kollegen Robert Hoyzer ein Spießrutenlauf bevor. "Ich sehe die Gefahr, dass unsere Schiris dem Mob ausgesetzt sind", sagt Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Den Fußball-Schiedsrichtern in den Amateurligen droht im Zuge des Manipulations-Skandals um ihren Ex-Kollegen Robert Hoyzer am Wochenende zum Beginn der Rückrunde ein Spießrutenlauf. "Ich sehe die Gefahr, dass gerade unsere jüngeren 'Schiris' ungeschützt dem Mob ausgesetzt sind. Deshalb gab es auch schon Gespräche mit den Landesverbänden, damit unsere Nachwuchsleute während der Spiele mental unterstützt werden", sagte der Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Freitag.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Manfred von Richthofen. Der Präsident des Deutschen SportBundes (DSB) fürchtet um die Autorität der Nachwuchs-Referees und sieht große Probleme auf die Zunft zukommen: "Man muss sich große Sorgen machen. Die Auswirkungen auf die unteren Klassen werden immens sein, dabei hatten es die Schiedsrichter dort ohnenhin schon nie leicht." Insgesamt sind 78. 000 Unparteiische beim DFB organisiert, das sind mehr als ein Zehntel der 720.000 beim Weltverband Fifa gemeldeten Referees.

Um weiter auf dieses Reservoir zurückgreifen zu können, hatte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel im Zuge des Fall Hoyzer bereits in der vergangenen Woche ein Rundschreiben an die Landesverbände verfasst. Die "Schiris" sollen sich, so Strigels Tenor, durch die Medienberichterstattung und die immer neuen Enthüllungen nicht beirren lassen.

Der frühere Spitzenschiedsrichter fordert zudem ein hartes Durchgreifen, falls sich Spieler und Trainer in den Amateurklassen zu Beleidigungen - wie zum Beispiel "Du pfeifst ja wie der Hoyzer" - hinreißen ließen. "In Paragraph 12 ist festgehalten, dass anstößige Beleidigungen einen Feldverweis nach sich ziehen können. Sollten von der Außenlinie im Spass solche Äußerungen getätigt werden, sollte man aber gar nicht darauf eingehen", erklärte Strigel."

Daran wollen sich die Hobby-Schiedsrichter auch halten. Der erst 16 Jahre alte Jens Alt aus dem hessischen Seligenstadt, der trotz seines Teeniealters schon bis hin zur Bezirks-Oberliga aktiv ist, kündigte bereits ein rigoroses Vorgehen an. "Ich werde mich an die Vorgabe halten und die Rote Karte zeigen, wenn Beleidgungen in dieser Form kommen sollten. Mein Ziel ist es, später einmal Bundesliga zu pfeifen, deshalb lasse ich mich von dem Fall Hoyzer auch nicht aus der Ruhe bringen", sagte der Jung-Schiedsrichter.

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Christian Weinkauff, Lehrwart der Schiedsrichtervereinigung Pirmasens/Zweibrücken, forderte die Unparteiischen unterdessen auf, ihrerseits einen Beitrag dazu zu leisten, dass etwaige Konflikte auf dem Platz erst gar nicht entstehen können. "Die Referees sollten vor dem Spiel und erst recht nach dem Spiel gar nicht auf das Thema Hoyzer eingehen, um keine Angriffsfläche zu bieten", meinte Weinkauff.

(sid)