Werder gewinnt wilde Treterei: Wieses Kung-Fu-Einlage regt auf

Werder gewinnt wilde Treterei : Wieses Kung-Fu-Einlage regt auf

Hamburg (RPO). Tim Wiese ist ein selbstbewusster Torhüter. Man könnte es allerdings auch ignorant nennen. Ignorant gegenüber der eigenen Fehlbarkeit. Tim Wiese hat viele Fehler gemacht - nicht nur sportliche. Am Mittwochabend war es wieder so weit.

Im Spiel beim Hamburger SV (Werder siegte mit 1:0) verließ der Möchtegern-Nationalspieler im Sprint seinen Fünf-Meter-Raum. Ohne Rücksicht auf HSV-Verluste sprang der gegelte Hüne an der Strafraumkante ab, schwang das rechte Bein hoch in die Luft, streckte es durch und zielte auf den ballorientierten Ivica Olic.

Der Zusammenprall konnte nur einen Sieger haben. Olic brach umgehend zusammen, Wiese irrte hingegen noch ein wenig umher, aber das ist ja nichts Neues. Wieses karate-ähnlicher Tritt traf den Hamburger zum Glück nur an der Schulter. Nicht auszudenken, welche Verletzungen der Werder-Keeper billigend in Kauf nahm.

Nun ja, "hartes Einsteigen" könnte es heißen. Oder: Der Torwart hat sein Revier verteidigt. Oder aber: "Er wollte doch nur den Ball spielen". Zu dieser abenteuerlichen Einschätzung kam Bremens sonst so realistischer Manager Klaus Allofs.

Auch der Kaiser himself versuchte, die Brutalo-Attacke herunterzuspielen: Franz Beckenbauer: "Es war ein kleiner Attentatsversuch." Wiese selbst meinte lapidar: "Ich treffe doch den Ball. Außerdem konnte Olic weiterspielen." Vielsagend.