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Werder Bremen: Florian Kohfeldt glaubt an direkte Rettung

Werder gibt Blitz-Führung aus der Hand : Kohfeldt glaubt an direkte Rettung, erstes Ziel aber Relegationsplatz

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hofft auch nach dem verpassten Sieg im Abstiegskampfduell mit Hertha BSC noch auf die direkte Rettung in der Fußball-Bundesliga.

Keiner riss die Arme nach oben, keiner jubelte nach dem Ende der Niederlagenserie. „Es fühlt sich mehr nach zwei verlorenen Punkten an“, betonte Werder Bremens Kevin Vogt. 2:0 geführt nach sechs Minuten - und wieder nicht gewonnen. Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga kam am Samstag im Berliner Olympiastadion nur zu einem 2:2 (1:2) gegen eine zunächst wieder völlig enttäuschende Mannschaft von Hertha BSC. „Wir bringen den Gegner, der gefühlt fast schon tot war, durch eigenes Verschulden wieder ins Spiel“, betonte Vogt.

Joshua Sargent (3.) und Davy Klaassen (6.) hatten die Gäste früh in Führung geschossen und mit den ersten selbst erzielten Werder-Toren in diesem Jahr die Zeichen auch auf den ersten Sieg nach fünf Niederlagen in Serie gestellt. Hertha-Nationalspieler Niklas Stark (41.) und Winter-Neuzugang Matheus Cunha (60.), der beste Spieler auf dem Platz, glichen vor 58 028 Zuschauern aber aus.

Trainer Florian Kohfeldt glaubt trotzdem noch immer an den Klassenerhalt - auch als Tabellen-15. der Liga. „Ich halte es nach wie vor nicht für ausgeschlossen“, sagte der 37 Jahre alte Coach des Tabellenvorletzten am Samstag nach dem 2:2 nach 2:0-Führung im Berliner Olympiastadion.

Seine Mannschaft hat drei Punkte Rückstand auf Fortuna Düsseldorf auf Platz 16, auf den FSV Mainz auf Position 15 aber bereits sieben Zähler. Mainz und Düsseldorf treten an diesem Sonntag noch gegeneinander an, Bremen wird dann insgesamt eine Partie weniger gespielt haben durch die Verlegung des Spiels gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag.

Kohfeldt machte deutlich, was ungeachtet des Glaubens an die direkte Rettung nun Vorrang hat im Kampf gegen den Abstieg. Das erste Ziel sei jetzt, „diesen Platz, der zur Relegation berechtigt, zu erarbeiten“, sagte er. „Wenn es notwendig ist, machen wir es darüber.“ Dabei könnte es womöglich zum hochbrisanten Nordduell mit dem Hamburger SV kommen.

Damit endete das Wiedersehen von Kohfeldt, der einst den jetzigen Hertha-Coach Alexander Nouri bei den Bremern abgelöst hatte, mit minimalem Vorteil für den Wahl-Berliner. Allerdings hatte es für die Hertha beim besten Willen danach zunächst nicht ausgesehen. „Ich habe schon scherzhaft damit geliebäugelt, dass wir erst mit einem 0:2 anfangen“, meinte Nouri.

Denn nach nur 125 Sekunden hatte Sargents Treffer sämtliche Nachlässigkeiten der Berliner Defensive enttarnt. Der 20 Jahre alte US-Amerikaner war für Mittelstürmer Davie Selke in die Startelf gerückt, der im Winter von Hertha an Werder ausgeliehen und einer Vereinbarung zufolge von Kohfeldt nicht eingesetzt wurde. Nach dem Tor vom Klaassen wurden bereits schlimmste Erinnerungen an das 0:5-Debakel der Hertha zwei Wochen vorher gegen den 1. FC Köln wach.

Dass es nicht wieder so endete, sondern wie in Düsseldorf, hatten die Berliner vor allen Cunha zu verdanken, der die Mannschaft mit Einsatz und spielerischer Klasse wieder mitriss. Dass den Berlinern durch Starks Kopfball kurz vor der Pause der Anschlusstreffer gelang, dürfte mitentscheidend gewesen sein. Nach dem Seitenwechsel war es Cunha selbst, der traf.

Beinahe wäre der Hertha sogar noch das Siegtor gelungen, der Videoassistent überstimmte jedoch Referee Guido Winkmann bei einem Pfiff auf Handelfmeter. Es blieb beim Remis, das die Berliner moralisch eher als Erfolg werten durfen, während Torschütze Klaassen meinte: „Es tut weh.“

(eh/dpa)