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Werder Bremen: Florian Kohfeld gefeuert - Thomas Schaaf übernimmt

Nach Pleite gegen Augsburg : Werder Bremen trennt sich von Kohfeldt – Schaaf übernimmt

Werder Bremen trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt. Für den letzten Bundesliga-Spieltag - und eventuell die Relegation - wird Thomas Schaaf den abstiegsbedrohten Klub übernehmen.

Der Fußball-Bundesligist Werder Bremen zieht einen Spieltag vor Schluss doch noch die Reißleine! Trainer Florian Kohfeldt muss seinen Hut als Cheftrainer nach der 0:2-Pleite am Samstag beim direkten Abstiegskonkurrenten FC Augsburg nehmen. Für ihn übernimmt Thomas Schaaf, der in Bremen die erfolgreichsten Jahre der jüngeren Vergangenheit verantwortete.

„Leider hatten wir nach dem Spiel in Augsburg nicht mehr die Überzeugung, mit Florian Kohfeldt den Klassenerhalt schaffen zu können“, erklärte Bremens Geschäftsführer Frank Baumann. „Daher haben wir am Abend nach dem Spiel mit den Gremien beraten und sind am Ende zu dieser Entscheidung gekommen.“

Schaaf steht bereits seit 2018 wieder in Bremen unter Vertrag und ist die kostengünstige Alternative zu einer teuren Retter-Misson von außen. AlsTechnischer Direktor kennt Schaaf zudem die Mannschaft und die Abläufe im Verein.

Baumann hat die Trennung von Trainer Florian Kohfeldt auch damit begründet, dass der Coach die Mannschaft nicht mehr erreicht habe. „Der Trend der letzten zwei Jahre hat uns zu der Überzeugung kommen lassen, dass der Mannschaft der Glaube an diese Konstellation verloren gegangen ist“, sagte Baumann am Sonntag im „Doppelpass“ bei Sport1. Vergangene Saison habe es den Glauben an die Konstellation noch zu hundert Prozent gegeben. Nun sei das nicht mehr der Fall gewesen, sagte Baumann, der trotz der sportlichen Talfahrt lange an Kohfeldt festgehalten hatte.

„Man hat gestern auch gemerkt, dass die Manschaft ein Stück weit hilf- und ratlos war, und dass jetzt die größtmögliche Chance auf einen Effekt des Trainerwechsels da ist“, sagte Baumann bei Sky mit Blick auf die 0:2-Niederlage beim FC Augsburg. Am Tag danach gab Werder am Sonntag die Trennung von Kohfeldt bekannt.

Im letzten Saisonspiel gegen Borussia Mönchengladbach und in einer möglichen Relegation soll Vereins-Legende Thomas Schaaf Werder vor dem Abstieg bewahren. „Thomas kann mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise für Begeisterung sorgen und den Spielern Selbstvertrauen vermitteln“, sagte Baumann über den 60-Jährigen, der bereits 14 Jahre Trainer in Bremen war und 2004 mit den Grün-Weißen das Double gewann. „Es ist wichtig, dass wir einen Trainer haben, der keine lange Eingewöhnung braucht“, sagte Baumann. Schaaf war zuletzt bereits als Technischer Direktor bei Werder tätig.

Damit endet in Bremen auch der Versuch, ohne Trainerwechsel durch die Saison zu kommen. Kohfeldt stand schon seit Wochen in der Kritik, hätte mehrfach sogar seinen Job bereits verlieren können - zuletzt nach der Pleite gegen Union Berlin vor zwei Wochen. Doch durch eine ansprechende Leistung im DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig behielt er seinen Posten vorerst.

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Seitdem haben die Bremer allerdings weiterhin nicht gewonnen. Nur ein Punkt aus neun Spielen steht zu Buche, aktuell steht Werder auf dem Relegationsplatz und kann diesen nur noch dann verlassen, wenn sie selbst am 34. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen und Arminia Bielefeld maximal einen Punkt gegen den VfB Stuttgart holt. Nach der Relegations-Teilnahme in der Vorsaison droht also erneut das Nachsitzen. Allerdings ist sogar noch der direkte Abstieg möglich.

(dör/dpa)