Werder Bremen droht nun auch der DFL im Streit um Polizeikosten-Übernahme

Streit um Polizeikosten-Übernahme : Werder Bremen droht nun auch der DFL

Werder Bremen bleibt in der schwierigen Debatte um die Übernahme von Polizeikosten bei seiner harten Linie. Im März hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Bundesländer die Kosten grundsätzlich der DFL in Rechnung stellen dürfen.

Die Finanzen stimmen an der Waterkant. 157,1 Millionen Euro Rekordumsatz, 3,5 Millionen Euro Gewinn - doch in Spendierlaune ist Werder Bremen nach diesem wirtschaftlich erfolgreichen Geschäftsjahr trotzdem nicht. Im Knatsch um die Kostenübernahme für Polizeieinsätze bei Hochsicherheits-Spielen wollen die Hanseaten jedenfalls hart bleiben - und gehen jetzt auch auf Konfrontationskurs mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie den anderen Profiklubs aus der 1. und 2. Liga.

"Wir werden uns, wenn nötig, auch mit juristischen Mitteln dafür einsetzen, dass nicht 100 Prozent und auch nicht 50 Prozent der Kosten an uns weiterbelastet werden", kündigte Klubchef Hubertus Hess-Grunewald am Montagabend bei der Mitgliederversammlung an. Und: "Unsere Position haben wir bei den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga, die die Gesellschafter des DFL e.V., sind hinterlegt."

Denn die Grün-Weißen gehen nach SID-Informationen davon aus, dass der Profifußball die volle Summe der vom Land Bremen an die DFL adressierten Gebührenbescheide wieder auf sie umlegen wird. Die DFL wollte die Werder-Ankündigung auf Anfrage nicht kommentieren.

Die DFL hatte im September die Bremer Gebührenbescheide für vier Werder-Partien in Höhe von 1,17 Millionen Euro beglichen. Eigentlich sollte die Hälfte der Gesamtsumme dem Tabellen-14. in Rechnung gestellt, die anderen 584.000 Euro auf die übrigen Profiklubs umgelegt werden. Doch zu diesem solidarischen Akt ist die Konkurrenz offenbar nicht bereit, ein entsprechender Beschluss könnte Anfang Dezember gefällt werden.

Und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer kündigte zuletzt an, weitere Rechnungen zu schicken. Schließlich hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Ende März festgestellt, dass die Beteiligung des Profi-Fußballs an Polizeikosten grundsätzlich rechtmäßig sei. Eine Entscheidung, die Hess-Grunewald weiter nicht nachvollziehen kann.

Man habe zwar "den juristischen Fingerzeig bekommen, dass es grundsätzlich möglich ist, eine solche Gebühr zu erheben", sagte der Präsident des Gesamtvereins und Geschäftsführer der ausgegliederten Fußballer: "Aber kein Richter dieser Welt hat gesagt, dass es eine gute Idee ist."

Werder vermisst die Rückendeckung der Landesregierung. "Politisch wird das Aushängeschild der Stadt mit einem Wettbewerbsnachteil belastet, weil kein anderes Bundesland eine solche Gebühr erhebt", sagte Hess-Grunewald.

Allerdings hatte zuletzt Rheinland-Pfalz angekündigt, ebenfalls den Bremer Weg einzuschlagen. Beide Bundesländer plädieren für einen Fonds der DFL zur Erstattung der Mehrkosten im Vergleich zu Partien, die keine Risikospiele sind. "In absehbarer Zeit werden uns andere Länder folgen. Wir werden die DFL weiter treiben", sagte Mäurer zuletzt: "Dass die DFL gezahlt hat, zeigt doch, dass sich Dinge verändert haben."

Werder kann die Haltung des Senats der Hansestadt nicht nachvollziehen. "Kein Steuerzahler oder die Bremer Stadtkasse hat einen Schaden durch die Sicherung der Spiele in der Bundesliga, sondern sie profitieren von der Bundesliga", sagte Hess-Grunewald, der nicht zahlen will: "Jede andere Behauptung ist falsch."

(eh/dpa/sid)