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Markus Anfang: Strafanzeige gegen Trainer von Werder Bremen - Gefälschtes Impfzertifikat?

Ärger für Markus Anfang : Angeblich gefälschtes Impfzertifikat – Strafanzeige gegen Werder-Trainer

Markus Anfang steht unter Verdacht, sein Impfzertifikat gefälscht zu haben. Gegen den Coach von Werder Bremen ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der Trainer selbst dementiert die Berichte.

Schwere Turbulenzen beim SV Werder: Ein Ermittlungsverfahren der Bremer Staatsanwaltschaft gegen Trainer Markus Anfang wegen des Verdachts der Nutzung eines gefälschten Impfdokuments hat das Zweitliga-Duell der Hanseaten gegen den Mitabsteiger Schalke 04 am Samstag (20.30 Uhr/Sport1 und Sky) weitgehend in den Hintergrund rücken lassen.

Wie am Freitag bestätigt wurde, liegt eine Strafanzeige des Bremer Gesundheitsamts gegen den 47-Jährigen vor, sie könnte im Zusammenhang mit dem positiven Coronatest bei Werder-Profi Marco Friedl stehen. Behördenmitarbeiter ermittelten seinerzeit mögliche Kontaktpersonen des Österreichers. Bereits am Donnerstag hatte die Vereinsführung den Verdacht gegen Anfang öffentlich gemacht.

Dabei kam der Coach in einer offiziellen Pressemitteilung ausführlich zu Wort: "Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat."

Das glaubt vorerst auch Frank Baumann, der nach dem Abschlusstraining am Vormittag zur aktuellen Situation Stellung bezog. "Für uns gibt es keinen Anlass für Zweifel. Markus selbst wurde noch überhaupt nicht kontaktiert, es gibt keine offiziellen Hinweise, was der genaue Vorwurf ist", sagte Werders Sport-Geschäftsführer.

Sportlich ist sowohl bei den Grün-Weißen als auch bei den Königsblauen aktuell beileibe nicht alles in Ordnung. Die 52 gemeinsamen Bundesligajahre sind momentan kaum mehr als eine zunehmend verblassende Erinnerung.

45 Siege feierten die Norddeutschen in mehr als fünf Jahrzehnten in den 104 direkten Duellen, 38mal triumphierte Königsblau. Rekordzahlen, gegen keinen anderen Ligarivalen waren die nun zusammen abgestürzten Traditionsklubs erfolgreicher. Vergangenheit, zumindest tabellarisch kann man nicht einmal von einem echten Spitzenspiel sprechen, der Tabellenachte trifft auf den Fünften.

Für Simon Terodde allerdings ist das Schalker Gastspiel im Weserstadion mehr als ein normales Ligaspiel. "Der Rahmen ist angerichtet. Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die hohe Ansprüche haben", sagte der zuletzt fünfmal in Folge torlose Stürmer im Sky-Interview.

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Doch dieser hohen Erwartungshaltung wurden beide Vereine bislang nicht gerecht. Von jeweils 13 Partien verlor Schalke fünf, Werder vier. Auch aus dem DFB-Pokal haben sich beide Mannschaften schon verabschiedet, jeweils gegen einen Drittligisten.

Und so blieb Anfang kaum mehr übrig, als schon vor Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen ihn die Umsetzung fußballerischer Sekundärtugenden einzufordern. "Du musst in jeder Partie zeigen, dass du dich zerreißen willst. Dann nimmst du auch das Stadion mit, die Fans merken, dass du keinen Meter herschenkst", sagte er.

Respekt hat Anfang vor Terodde, der unbedingt endlich seinen 154. Zweitligatreffer erzielen und damit alleiniger Rekordtorschätze vor Dieter Schatzschneider werden möchte. "Die Länderspielpause kam nicht zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin froh, dass es jetzt weitergeht", sagte der 33-Jährige, der 2018/19 als Profi beim 1. FC Köln von Anfang trainiert wurde.

(kron/dör/dpa/SID)