Weltfußballer-Wahl 2018: Luka Modric siegt, Cristiano Ronaldo schwänzt mal wieder

Weltfußballer-Wahl 2018 : Modric siegt, Ronaldo schwänzt mal wieder

Luka Modric ist erstmals zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden. Der entthronte Cristiano Ronaldo schwänzte die Gala in London - mal wieder. Auch Lionel Messi glänzte durch Abwesenheit.

Nach zehn Jahren Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wurde wieder ein anderer Star zum Besten seiner Zunft gekürt: Der Kroate Luka Modric. Bei der Gala in London wurde der Kroate erstmals vom Weltfußballverband Fifa als Weltfußballer ausgezeichnet. Der Vizeweltmeister und Champions-League-Sieger von Real Madrid triumphierte vor Cristiano Ronaldo und Mohamed Salah.

Doch anstatt dem neuen Titelträger zu gratulieren, glänzten Ronaldo und Messi lediglich durch Abwesenheit. Angeblich soll der enge Terminkalender von Juventus Turin der Grund für Ronaldos Abwesenheit sein. Die Turiner sind bereits am Mittwoch wieder im Einsatz – ebenso wie die Königlichen, von denen mit jenem Modric, Sergio Ramos, Marcelo, Thibaut Courtois und Raphaël Varane aber etliche Profis vor Ort waren. Ob es wirklich nur am Spielplan lag darf daher zumindest bezweifelt werden. Denn schon beim Gala-Abend zu Europas Fußballer des Jahres Ende August hatte Ronaldo seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Auch damals siegte Modric.

Für Trainer-Legende Fabio Capello ein Unding. "Dass sie nicht vor Ort waren, ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Spielern, der Fifa und der Fußballwelt. Es kann sein, dass sie viele Titel gewinnen und es ihnen nicht gefällt, wenn sie verlieren. Im Leben muss man sich aber sowohl im Sieg als auch in der Niederlage gut verhalten", wies der 72-jährige Italiener das Duo zurecht.

„Ronaldos Ego ist noch größer als seine fußballerische Klasse“, kritisierte die kroatische Zeitung „Sportske Novosti“. „Er ist nicht Willens, hinter jemandem zurückzustehen und noch weniger Willens, zu gratulieren.“

Auch Verteidiger Sergio Ramos machte kein Geheimnis daraus, dass ihn die Absagen beider Offensiv-Asse überrascht hatten. Immerhin wurden beide Teil der Fifa Weltelf 2018, die bei der Gala nominiert worden war. „Alle Preisträger sollten hier sein“, sagte der Kapitän von Real Madrid: „Dass sie nicht gekommen sind, ist aber ihr Problem.“

Kritik gab es auch aus der neuen Wahlheimat Italien für den in der vergangenen Woche erstmals in seiner Lieblingsumgebung Champions League vom Feld gestellten Juve-Star. „Niemand zeichnet mehr Ronaldo aus: CR7 sieht zu, wie seine Marke außerhalb der schützenden Blase von Real Madrid verletzlicher wird“, formulierte es

Der neue Titelträger ließ sich die Laune davon allerdings nicht verderben. „Jeder hat seinen Grund, ich werde mich dazu nicht äußern, warum einige nicht gekommen sind. Klar hätte es mir gefallen, wenn sie hier wären. Aber sie sind eben nicht da“, sagte Modric und fügte an: „Diese Auszeichnung gehört nicht mir allein, sondern auch meinen Teamkollegen bei Real Madrid und der Nationalmannschaft. Ich danke auch meiner Familie, ohne sie wäre ich nicht der Spieler, der ich bin.“

Modric hatte im vergangenen Jahr mit Real Madrid an der Seite von Ronaldo zum dritten Mal in Folge die Champions League gewonnen. Bei der WM in Russland führte er dann Kroatien als Kapitän bis ins Finale, er wurde anschließend zum besten Spieler der WM-Endrunde gewählt. "Es war eine unglaubliche Saison, die beste meines Lebens", sagte Modric: "Ich bin sehr stolz, auf das, was ich in diesem Jahr erreicht habe. Das wird für immer bleiben."

Das Ende der Ära von Messi und Ronaldo hatte sich bereits abgezeichnet. Jeweils fünfmal hatten die Dauerrivalen in den vergangenen zehn Jahren triumphiert, doch in diesem Jahr endete der Zeitraum der Wahl erstmals unmittelbar nach einer WM und dort waren die beiden mit Argentinien und Portugal bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Messi gehörte daraufhin sogar erstmals seit 2006 nicht zu den drei Finalisten.

(old/sid)