Von Regionalliga-Reform bis Sommermärchen: Die Baustellen des DFB

Profifußball und Amateure: Die Baustellen des DFB

Der Deutsche Fußball-Bund steht vor großen Herausforderungen - eine neue Akademie, Strukturänderungen, Eifersüchteleien zwischen Amateuren und Profis sowie ein Sommermärchen ohne Ende.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist der größte Sportfachverband der Welt. Aktuell sind 7.043.964 Mitglieder registriert. Diese Zahl ist eine kräftige Botschaft. Sie verdeutlich den gesellschaftlichen Stellenwert der Organisation. Sie verdeutlich, wie viele Menschen hierzulande sich in einem Verein engagieren. Jedes Vereinsmitglied ist auch DFB-Mitglied. Diese Basis ist das Rückgrat des DFB. Für die große Bühne taugt dieses Segment viel zu selten. Es ist verlockender, sich über die Erfolge der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu definieren. Offiziell beteuern die Funktionäre eifrig, dass alle unter ihrem Dach wichtig seien. Der DFB hat indes viel Glaubwürdigkeit verspielt. Und er hat noch viele Baustellen.

Regionalliga In einem diplomatischen Drahtseilakt hat es der DFB gerade noch geschafft, eine größere Blamage beim Bundestag Anfang des Monats zu verhindern. Man verständigte sich darauf, dass man weiter verhandelt, ob eine Mehrheit dafür zu finden ist, dass alle Meister der bislang fünf Regionalligen tatsächlich in die Dritte Liga aufsteigen dürfen. In der Öffentlichkeit sind vor allem die Befürworter lautstark zu hören. Hinter den Kulissen gibt es allerdings auch durchaus Gegner für das Vorhaben. Dem gut vernetzten DFB-Vizepräsident Peter Frymuth obliegt die schwierige Aufgabe, bis 2019 eine verbindliche Lösung zu finden.

Akademie Nach jahrelangem Rechtsstreit soll im kommenden Jahr endlich Baubeginn für die DFB-Akademie auf dem Areal der Frankfurter Galopprennbahn sein. Bezug bis spätestens 2021. Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, ist Projektleiter. Geplante Kosten: bis zu 150 Millionen Euro. Bierhoff verfolgt ehrgeizige Ziele. Auf einem Gelände soll alles vereint werden: das Training der Nationalmannschaften, die Förderung von Talenten, die Aus- und Weiterbildung von Trainern und Schiedsrichtern, die Verwaltung des Verbandes, die Entwicklung neuer Trainingsmethoden.

Sommermärchen Der DFB hat Millionen ausgeben, um herauszubekommen, wo 6,7 Millionen Euro geblieben sind, die rund um die Bewerbung für die Weltmeisterschaft in Deutschland den offiziellen Buchungsweg verlassen haben. Für den Verband ist die Sache weitgehend abgeschlossen. Die Konsequenzen für die Tatbeteiligten halten sich in Grenzen. Besonders der Umgang mit Franz Beckenbauer ist ein echtes Politikum. War er nur der "Liebe Kaiser" oder ein gerissener Strippenzieher? Der Umgang mit dem 72-Jährigen bleibt verkrampft. Besserung nicht in Sicht.

Profifußball und Amateure Der Grundlagenvertrag, der die finanzielle Verbindung zwischen DFB und DFL festschreibt, ist zwar gerade erst verlängert worden. Doch er bleibt ein heikles Konstrukt. Zahlen die Profiklubs ausreichend, um unter anderem die Nachwuchsarbeit an der Basis auch künftig zu gewährleisten? Das Gemurre von "denen da unten" wird immer lauter, denn viele Vereine geraten durch immer mehr Auflagen und Aufgaben an ihre Belastungsgrenzen - und fühlen sich alleine gelassen. Dem DFB obliegt es, seine Lobbyarbeit deutlich auszubauen, um die Bedeutung des Ehrenamtes wieder mehr zu unterstreichen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So lief der außerordentliche DFB-Bundestag

(gic)