"Zebras" verschliefen den Auftakt: Viel Arbeit wartet auf Trainer Wolfgang Frank

"Zebras" verschliefen den Auftakt: Viel Arbeit wartet auf Trainer Wolfgang Frank

Duisburg (sid). Als MSV Duisburgs Mentaltrainer Franz Mühlbauer am Montagmorgen die Spieler zum "aktiven Erwachen" antreten ließ, träumte Wolfgang Frank noch von einem erfolgreichen Debüt als Coach bei den Meiderichern. Doch die "Zebras" verschliefen den Auftakt nach vier Jahren Abstinenz in der Zweiten Fußball-Bundesliga beim 1:2 (0:1) gegen Mit-Absteiger SSV Ulm. Franks Einstand an der Wedau dürfte der Beginn einer harten Saison in der zweiten Liga sein.

"20.000 Zuschauer beim Zweitliga-Hit" hatte der 49 Jahre alte Ex-Coach vom FSV Mainz 05 angekündigt und lag mit beiden Prognosen daneben. Gerade einmal 8.550 Fans kamen zum Absteiger-Duell, das keinen von den Sitzen riss. "Wir sind noch nicht so weit. Wir müssen hart arbeiten, um den Kredit der Fans mit begeisterndem Fußball zurückzugewinnen", meinte Frank, der nach der unglücklichen Niederlage gegen die "Spatzen" etwas desillusioniert wirkte.

Der ehemalige Dortmunder, Nürnberger und Braunschweiger Bundesliga-Profi haderte besonders mit der schlechten Chancenauswertung seines Neuzugangs Sören Seidel: "Das ist schon tragisch. So etwas macht nachdenklich. Sören hätte zum King werden können. Da leidet man mit." Allein der Ex-Bremer Seidel vergab drei hundertprozentige Möglichkeiten. "Ich lasse den Kopf nicht hängen, obwohl zwei Tore für mich Pflicht gewesen wären", meinte der 700.000-Mark-Einkauf.

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Die Gäste hatten mit ihren Zugängen dagegen mehr Glück. Spielmacher Adnan Kevric, für 400.000 Mark von den Stuttgarter Kickers gekommen, erzielte mit einem abgefälschten Freistoß die Ulmer Führung (44.). Nach dem 0:2 durch den slowakischen Nationalspieler Tomas Medved (63.), der von Artmedia Petrcalka an die Donau wechselte, konnte Michael Zeyer (71.) per Foulelfmeter nur noch auf 1:2 verkürzen. Die numerische Überlegenheit nach der Roten Karte gegen Sascha Rösler wegen groben Foulspiels am Ex-Kölner Hans Sarpei konnte der MSV nicht mehr nutzen.

Ein weiterer Ulmer Neuverpflichtung war der mit Abstand beste Spieler auf dem Platz. "Wir können uns bei Andreas Hilfiker bedanken. Er hat uns besonders in der ersten halben Stunde vor einem Rückstand bewahrt", lobte SSV-Trainer Martin Andermatt den ehemaligen Schlussmann von Zwangsabsteiger Tennis Borussia Berlin. Ansonsten blieb der Schweizer Coach mit Recht zurückhaltend. "Der Sieg war glücklich. Da gibt's nichts zu beschönigen", meinte Andermatt, auf den nach der enttäuschenden Leistung der Mannschaft ebenso viel Arbeit wartet wie auf seinen Kollegen Wolfgang Frank.

(RPO Archiv)
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