1. Sport
  2. Fußball
  3. VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg: Trainer Oliver Glasner nach Ärger um Transfers vor dem Aus

Ärger beim VfL Wolfsburg : Trainer Glasner nach Kritik an Transferpolitik unter Druck

Beim VfL Wolfsburg hängt der Haussegen schief. Nach der erneuten öffentlichen Kritik von Trainer Oliver Glasner an der Transferpolitik hat Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke klare Worte gefunden. Ob das Verhältnis noch zu kitten ist, scheint fraglich.

Das Fenster ist zu, seit fast fünf Wochen. Doch die Bilanz des VfL Wolfsburg auf dem Markt lässt Oliver Glasner bis heute keine Ruhe. "Ich habe nur gesagt, dass wir das Transferziel in der Offensive nicht realisieren konnten", sagte der Trainer des Bundesligisten am Freitag und schoss erneut öffentlich gegen die sportliche Führung um Jörg Schmadtke. Und der ließ das nicht auf sich sitzen.

Es ist der zweite Angriff in kürzester Zeit, schon am Donnerstag war der Österreicher Glasner wegen seiner Enttäuschung über die Sommertransfers für die Offensive in die Offensive gegangen. Er persönlich, so Glasner im Sky-Interview, habe einen Spieler mit "Tempo und Tiefgang" holen wollen, doch das "haben wir halt nicht geschafft". Beim "wir" schloss sich der 46-Jährige wohl eher nicht mit ein.

Schmadtke, der Glasner im Sommer 2019 aus dessen Heimat vom Linzer ASK verpflichtet hatte, reagierte prompt. "Ich finde es nicht gut. Ich finde den Zeitpunkt unglücklich", sagte der Sport-Geschäftsführer dem kicker am Freitag recht sachlich.

Deutlicher wurde Schmadtke, der nicht zum ersten Mal mit einem Trainer im Clinch liegt, im Sportbuzzer-Interview. "Das ist ja nicht Phantasialand hier. Die Vorstellungen, die von ihm kamen, waren nicht realisierbar", stellte der 56-Jährige klar: "Man kann nicht Dinge haben wollen, die unrealistisch sind."

Wolfsburg, nach fünf Unentschieden in sechs Spielen noch ungeschlagen, aber eben nur im Mittelfeld der Tabelle, hatte in der Transferperiode das polnische Sturmtalent Bartosz Bialek (18) und den früheren Dortmunder Maximilian Philipp (26) geholt. Offensichtlich nicht ganz das, was Glasners Vorstellungen entsprach. Es lässt sich bis zum Winter nichts mehr machen, dennoch reitet der Trainer auf dem Thema herum.

Entsprechend frostig ist die Atmosphäre vor dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (15.30 Uhr/Sky), wie es danach weitergeht völlig offen. Dass Glasner aber noch lange bei den Wölfen an der Seitenlinie steht, die Anfang Oktober die Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League verpasst hatten, ist momentan nur schwer vorstellbar.

Auch zwischen Schmadtke und Glasners Vorgänger Bruno Labbadia hatte es Dissonanzen gegeben. Am Ende ging der heutige Trainer von Hertha BSC trotz einer erfolgreichen Saison und der Qualifikation für die Europa League freiwillig.

Labbadia fehlte nach eigenen Angaben ein "konsequenter fachlicher Austausch zwischen den sportlichen Verantwortlichen über die gesamte Saison", die Vorstellungen würden "nicht zu einhundert Prozent übereinstimmen". Er verlängerte seinen Vertrag nicht.

Es sieht nun sehr danach aus, als müsste sich Schmadtke schon einmal auf dem über das ganze Jahr geöffneten Markt für Trainer umschauen. Ein Frontalangriff wie der von Glasner ist schon fast eine Aufforderung zur Trennung.

(sid/old)