Europa League 19/20: VfL Wolfsburg lockt Fans mit Bier ins Stadion

Europa League : Wolfsburg lockt Fans mit Bier ins Stadion

Beim Europa-League-Auftakt des VfL Wolfsburg werden viele Plätze im Stadion leer bleiben. Das hat mehrere Gründe. Die Spieler sind von der drohenden Minuskulisse überrascht, der Klub nimmt es mit Humor.

Der Rahmen passt nicht recht zum Anlass: Mit gerade einmal 10.000 Fans rechnet der VfL Wolfsburg, wenn der Klub am Donnerstagabend nach exakt 1255 Tagen sein Comeback auf der internationalen Bühne feiert.

"Wie viele? Nur 10.000? Für unser Heim- oder das Auswärtsspiel?", fragte Verteidiger Jerome Roussillon ungläubig, als er im Gespräch mit den Wolfsburger Nachrichten von der Zuschauer-Prognose der VfL-Verantwortlichen gegen den ukrainischen Außenseiter PFK Olexandrija erfuhr: "Vergangene Saison wollten alle, dass wir die Europa League erreichen. Jetzt sind wir drin. Wir brauchen unsere Fans."

Die Europa League taugt in der Autostadt, wo sie sich noch immer gern von den internationalen Sternstunden wie dem 2:0-Erfolg gegen Real Madrid im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League im Frühjahr 2016 erzählen, (noch) nicht als Zugpferd. Selbst die Drittliga-Heimspiele im 39 Kilometer entfernten Braunschweig sind mit über 20.000 Zuschauern im Schnitt deutlich besser besucht.

Doch der Verein nimmt die Situation mit Humor. "Auch wenn das Stadion nicht voll sein wird, ihr habt die Chance dazu. Im Gegensatz zum letzten internationalen Auftritt der Wölfe, darf wieder alkoholisches Bier ausgeschenkt werden. Prost!", postete der VfL am Mittwoch auf Twitter und wies mit einem weiteren Beitrag auf seinen Ticketverkauf hin: "Liebe Klaustrophobiker, Platz ist noch genug vorhanden."

Ob voll oder nicht: Trainer Oliver Glasner und sein Team um Top-Torjäger Wout Weghorst fiebern dem Auftakt der Europa League entgegen. "Wir wollen die Gruppe überstehen und etwas Großes erreichen", sagte Weghorst den Wolfsburger Nachrichten: "Bei allem Respekt vor den Gegnern: Aber wir müssen zeigen, dass wir das draufhaben."

Bei den Wölfen träumt man von einer ähnlichen Erfolgsstory wie die der Frankfurter Eintracht, die im Vorjahr nach langer Abstinenz bis ins Halbfinale vorstieß. "Ich sehe den Start in der Europa League als Auszeichnung für den VfL. Das haben sich alle Verantwortlichen, Spieler Mitarbeiter verdient, was die Eintracht in der vergangenen Saison vorgemacht hat", sagte Coach Glasner dem SID: "Wir wollen die Fans mit ins Boot holen, damit wir tolle Europacup-Abende erleben."

Große Hoffnungen auf einen Zuschauer-Boom sollten sich die Wölfe aber auch in den übrigen Gruppenspielen nicht machen: Angesichts der weiteren Gegner, AS St. Etienne und KAA Gent, dürfte die Resonanz nicht viel größer sein.

(dpa/old)
Mehr von RP ONLINE