Rücktrittswelle in Stuttgart geht weiter: VfB-Vize-Präsident Egner zurückgetreten

Rücktrittswelle in Stuttgart geht weiter: VfB-Vize-Präsident Egner zurückgetreten

Stuttgart (sid). In der Vorstandsetage des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart geht die Rücktrittswelle weiter - und das zur 100-Tage-Frist von Klub-Boss Manfred Haas. Am späten Dienstagabend nahm Vize-Präsident Achim Egner seinen Hut. Als Grund nannte er "Interessenkonflikte". Egner ist im Hauptberuf gleichzeitig Vorstandsmitglied beim VfB-Sponsor "debitel". Aus beruflichen Gründen fehlte er in einer Reihe von Vorstandssitzungen. "Der künftige Vize-Präsident muss mehr ins Vorstandsgeschäft eingreifen", meinte Egner.

Damit muss VfB-Präsident Haas (Foto), am Mittwoch seit genau 100 Tagen im Amt, zum dritten Mal von nur dreieinhalb Wochen auf die Suche nach einem Präsidiumsmitglied gehen. Vor Egner schieden die Vorstandsdirektoren und Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster (Sport) und Hansi Müller (Marketing/Öffentlichkeitsarbeit) aus. An ihrer Stelle wurden bereits Rolf Rüssmann bzw. Peter Godenrath neu berufen.

Neben Haas, der am 30. Oktober vergangenen Jahres das Amt von seinem über 25 Jahre amtierenden Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder übernommen hatte, ist nur noch Finanzdirektor Ulrich Ruf von der vor 100 Tagen angetretenen Vorstandsmannschaft übrig geblieben. Als Nachfolger von Egner ist Rüssmann im Gespräch. Dazu müsste aber der VfB-Aufsichtsrat noch seinen Segen dazu geben. "Es waren 100 anspruchsvolle Tage ohne jede Schonfrist", meinte Haas über sein Amt bei den krisengeschüttelten Schwaben.

Gleichzeitig teilte der Pokalhalbfinalist vor dem Duell am Mittwoch gegen Schalke 04 in einer Presseerklärung mit, dass "debitel" Hauptsponsor bleibt und seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2002 erfüllen wird. Das Telekommunikations-Unternehmen zahlt dafür rund sieben Millionen Mark pro Jahr und hat eine einjährige Option auf die laufende Drei-Jahres-Vereinbarung.

Zuvor hatten beide über einen Auflösungs-Vertrag nachgedacht, da den Schwaben eine Zwölf-Millionen-Offerte des baden-württembergischen Energiekonzerns EnBW vorlag. Doch daraus wurde nichts. Am Dienstag platzten die Verhandlungen. "In der Kürze der Zeit war es nicht möglich, eine entsprechende Vereinbarung auszuarbeiten", sagte VfB-Marketingdirekor Godenrath.

(RPO Archiv)
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