Niederlage in Leverkusen: Veh nimmt Torhüter Ulreich ins Visier

Niederlage in Leverkusen: Veh nimmt Torhüter Ulreich ins Visier

Stuttgart (RPO). Die 0:3-Niederlage des VfB Stuttgart im Topspiel bei Bayer Leverkusen geht nach Meinung von VfB-Trainer Armin Veh auf die Kappe seines Torhüters. Nach der Pleite sparte Veh nicht mit Kritik am erst 19 Jahre alten Sven Ulreich.

"Fußball ist manchmal ganz einfach. Wir haben durch zwei Torhüter-Fehler verloren. Das haben alle gesehen. Da bringt es nichts, den Torhüter zu schützen", haderte Veh und schloss einen erneuten Wechsel zwischen den Pfosten nicht aus: "Ich kann nicht sagen, Sven bleibt bis zum Nimmerleinstag im Tor. Es kann immer mal wieder passieren, dass wir den Torhüter wechseln."

Vehs Worte kamen einer Demontage für den 19-Jährigen, der erst nach dem verpatzten Rückrundenauftakt (1:4 bei Schalke 04) ins VfB-Tor gerückt war, gleich. "Um ein Großer zu werden, muss er auch mit Druck fertig werden. Er wird ja schließlich auch gefeiert, wenn er gut hält", redete der Trainer Klartext und vergaß nicht, Ulreichs Stellvertreter Raphael Schäfer zu loben: "Raphael hat in den letzten Wochen hervorragend trainiert."

So würde es nicht verwundern, wenn Schäfer am Mittwoch im Spiel gegen seinen Ex-Klub 1. FC Nürnberg eine neue Chance erhält, zumal Ulreich in den letzten Wochen ohnehin nicht den sichersten Eindruck hinterließ. Und das war auch in Leverkusen spielentscheidend.

Bei den ersten beiden Gegentreffern durch Simon Rolfes (41.) und Stefan Kießling (45.) landete jeweils die Faustabwehr des VfB-Keepers bei den Bayer-Akteuren, die die Patzer eiskalt ausnutzten. Dass sich beim Billard-Tor von Rolfes (70.) der Ball auch noch unglücklich über Ulreich ins Tor senkte, passte dazu ins Bild.

"In solchen Spielen muss man fehlerlos spielen. Da werden Fehler eiskalt ausgenutzt. Das hat Leverkusen clever gemacht", meinte Sportdirektor Horst Heldt, wollte sich aber an der Torhüter-Diskussion nicht beteiligen: "Da haben wir eine klare Aufgabenteilung. Der Trainer entscheidet, wer spielt und wer nicht."

Nach rund zwei Monaten und acht Spielen ohne Niederlage ist die Aufholjagd des deutschen Meisters vorerst gestoppt. "Es war ohnehin illusorisch, dass wir alle Spiele gewinnen. Wir dürfen uns nicht mehr viel erlauben, wenn wir oben dranbleiben wollen", sagte Heldt nach dem Abrutschen auf Platz sechs und Veh ergänzte: "Von Platz zwei bis acht ist noch alles möglich. Wir müssen das Spiel schnell abhaken." Dabei muss der VfB aber vorerst auf Nationalspieler Thomas Hitzlsperger verzichten, der eine tiefe Fleischwunde am Knie erlitt.

(sid)