Kevin Großkreutz hält sich bei Debüt für VfB Stuttgart auffällig zurück

Comeback in der Bundesliga: Großkreutz hält sich bei Debüt auffällig zurück

Der böse Bube gibt ein allzu braves Comeback. Bei seiner Rückkehr in die Bundesliga ist dem Neu-Stuttgarter Kevin Großkreutz die fehlenden Spielpraxis anzumerken.

Als die 90 Minuten um waren, als es geschafft war, klatschte Kevin Großkreutz seine neuen Mannschaftskameraden ab. Ohne übertriebenes Gehabe. Ohne Mätzchen. Der frühere Dortmunder, der wegen eines Formfehler im vergangenen halben Jahr bei Galatasaray Istanbul nicht zum Einsatz kommen konnte, schien großen Wert darauf zu legen, nicht gleich wieder aufzufallen.

Als rechten Außenverteidiger hatte VfB-Chefcoach Jürgen Kramny seinen prominenten Zugang aufgeboten. Beim 3:1-Sieg der Schwaben in Köln wirkte Großkreutz phasenweise noch wie ein Fremdkörper. Fast ein Jahr lang hatte er ja nicht mehr in der Bundesliga gespielt. Das Timing in den Zweikämpfen stimmte nicht, die Laufwege waren noch nicht mit den neuen Kameraden synchronisiert. Und Schiedsrichter Manuel Gräfe schien besonders ein Auge auf den 27-Jährigen zu werfen. Als der sich bei einem Einwurf zehn, zwölf Meter nach vorn gemogelt hatte, schritt der Referee ein und sprach dem FC den Ball zu.

In einer sehr lebhaften Stuttgarter Mannschaft fiel Großkreutz ab. An den rasanten Angriffen, mit denen die Gäste die Kölner im mit 50.000 Zuschauern voll besetzten Stadion zu Müngersdorf immer wieder in Verlegenheiten stürzte, beteiligte sich der Neue nur selten. In der Defensive indes erledigte er seinen Job ordentlich. Zumeist hatte er es dabei mit Leonardo Bittencourt zu tun.

Großkreutz war zuletzt wieder in den Fokus geraten, weil ihm Bundestrainer Joachim Löw unprofessionelles Verhalten vorgeworfen hatten. Dass der Westfale während seiner Istanbuler Zeit überaus häufig in die Heimat gereist war, schmeckte Deutschlands Chefcoach nicht. Die Folge: Löw legte sich beim Neujahrsempfang des Deutschen Fußball-Bundes darauf fest, dass er den Spieler, der bei der WM 2014 zwar zum Aufgebot gehört hatte, der aber in Brasilien nicht zum Einsatz gekommen war, in seinen Planung für die Europameisterschaft im kommenden Sommer keine Rolle spielt. Großkreutz muss sich brav hinten anstellen. Beim Spiel in Köln war er etwas zu brav.

(beil)