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"Erst kein Glück und dann noch Pech": Verbale Fouls und Fehlpässe der Fußball-Profis

"Erst kein Glück und dann noch Pech" : Verbale Fouls und Fehlpässe der Fußball-Profis

Dortmund (rpo). Fußball ist ihre Leidenschaft - passende Kommentare häufig nicht: Lang ist die Liste von sprachlichen Ungereimtheiten und unfreiwilliger Komik unserer Fußball-Profis auf dem Rasen und nach dem Schlusspfiff.

Legendär der Ausspruch von Ex- Bayern-Profi Jürgen Wegmann: "Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu" oder Olaf Thons (Schalke 04) bahnbrechender Kommentar: "Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war". Die verbalen Fouls und grammatikalischen Fehlpässe der Fußballprofis haben im Internet nun eine Adresse: Unter www.blutgraetsche.de sammeln Fußball-Fans bundesweit die Ausrutscher ihrer Lieblinge vor den Mikrofonen der Reporter.

Überforderung angesichts drängelnder Reporterfragen sind sicherlich ein Grund für sprachliche Abstürze nach sportlichen Höhenflügen - aber auch schlichte Unkenntnis. Geographie scheint jedenfalls nicht die Stärke einiger Profis zu sein - wie beispielsweise Mark Drapers: "Ich würde gerne für einen italienischen Verein spielen - Barcelona zum Beispiel" oder Schalkes Andreas Möller: "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien". Auch die Tücken der Technik können selbst gewiefte Dribbler ins Leere laufen lassen: Jürgen Wegmann auf die Frage, ob er einen Wagen mit Katalysator gekauft hat: "Nee, Renault."

Von Schwierigkeiten mit Fremdworten zeugen auch Sätze wie der des heutigen Leverkusener Assistenztrainers Pierre Littbarski: "In der ersten Halbzeit haben wir ganz gut gespielt, in der zweiten fehlte uns die Kontinu... - Kontuni...- ach Scheiß-Fremdwort: Wir waren nicht beständig genug" aber auch die Ankündigung des früheren Nationalspielers Karl-Heinz Riedle: "Es war eine lange, kraftraubende Saison und ich werde mich jetzt erst mal regen. .., regener ... - Ich fahr jetzt erst Mal in Urlaub". Ebenfalls in diesem Sinne überragend der Spruch des früheren Stuttgarters Fritz Walter: "Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt".

Ewig unverständlich bleiben Botschaften wie die von Barry Vension: "Es hat nichts mit seiner Fähigkeit zu tun. Es liegt vielmehr an seinem Können". Ganz vorne in der Hälfte der Logik-Gegner stürmt auch Michael Ballack (Bayer Leverkusen): "Wir können so was nicht trainieren, sondern nur üben" und Alan Shearer (englischer Nationalspieler): "Ich möchte den Verein nie verlassen. Ich möchte bis zum Lebensende bleiben und am liebsten noch darüber hinaus." Preisverdächtig auch die Ausführungen von Jens Jeremies (Bayern München) "Wenn es einmal hart auf hart kommt, kommt es meistens ganz hart!" sowie Danny Schwarzs "In den entscheidenden Momenten hat uns einfach das Pech gefehlt!". Mit einer gewöhnungsbedürftigen Bildsprache verblüffte auch der langjährige Bochumer Profi Thorsten Legat bei seinem Spruch: "Ich glaube nicht, dass der Verein mir Steine in den Vertrag legt".

  • Fußball : Der Schatten der Fußballprofis
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Einige spontane Aussprüche bestechen auch durch ihre inhaltliche Klarheit - beispielsweise Erwin Kosteddes (früher Kickers Offenbach) "Ich möchte nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen". In die gleiche Richtung zielt der frühere Schalker Klaus Täuber mit der Ankündigung "Heute knall ich mir die Birne voll, bis mir das Bier zu den Ohren rausläuft". Überhaupt spielen der Alkohol und andere Laster eine ungeahnte Rolle im Leben der Spitzensportler. Georg Best: "Ich hab viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben... Den Rest habe ich einfach verprasst" und der Brasilianer Romario: "Die Spieler denken nur an das eine, aber im Doppelzimmer liegt anstelle einer schönen Senorita nur ein Mitspieler. Die Trainer sollten da umdenken".

Vorbei offenbar die Zeiten der Fußball-Legenden, die beim Sport noch wirklich an das runde Leder dachten - wie Ernst Kuzorra mit seiner Aussage nach dem entscheidenden Tor für den FC Schalke im Finale um die Deutsche Meisterschaft: "Keiner war frei, da hab ich die Pille einfach reingewixt". Ebenso klar Horst Hrubeschs Schilderung "Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!" und Lothar Emmerichs "Gib mich die Kirsche, ich tu die rein!".

(RPO Archiv)