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Union Berlin: Trainer Urs Fischer sieht bei Max Kruse noch Luft nach oben

Drei Scorerpunkte reichen nicht : Union-Trainer Fischer sieht bei Max Kruse noch Luft nach oben

Die drei Scorerpunkte von Max Kruse beim Sieg von Union Berlin bei der TSG Hoffenheim haben gezeigt, dass der Routinier nichts verlernt hat. Trainer Urs Fischer erwartet aber noch mehr vom Ex-Nationalspieler.

Zurück in der Hauptstadt durfte sich Max Kruse nur kurz auf seinen Lorbeeren ausruhen. "Wenn es um die Fitness geht, sind wir noch nicht ganz da, wo wir hin wollen - wo auch Max hin will", kündigte Trainer Urs Fischer zwischen den Zeilen harte Trainingswochen für den Matchwinner von Union Berlin an. Selbst drei Scorerpunkte beim 3:1 (0:0) im Montagsspiel der Fußball-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim bewahrten Kruse nicht vor der Diskussion um seine körperliche Verfassung, die den Ex-Nationalspieler schon lange verfolgt.

"Wir sind aber auf gutem Weg", schob Fischer mit Blick auf Kruses Zustand rasch nach, um im Anschluss an die Gala des 32-Jährigen nicht allzu kritisch zu wirken: "Und natürlich hat man in den Aktionen die Qualität von Max gesehen. Das war toll. Ein Tor selbst gemacht, zwei Treffer aufgelegt - da musst du ein Kompliment vom Trainer bekommen."

Das hatte sich Kruse, der per Foulelfmeter getroffen (60.) sowie die Tore von Joel Pohjanpalo (85.) und Cedric Teuchert (90.+4) vorbereitet hatte, auch verdient. Denn trotz seiner physischen Defizite machte der Routinier den Unterschied aus. Wenn Kruse am Ball war, wurde es meistens gefährlich. "Er hat eine brutale Erfahrung", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck bei Dazn über seinen Teamkollegen: "Er hilft uns natürlich sehr."

Am Montag verhalf Kruse seinem Klub sogar zur neuen Bestmarke von fünf Partien in Folge ohne Niederlage, die Köpenicker kletterten auf den siebten Tabellenplatz. Neben seiner makellosen Quote vom Punkt (15 Elfmeter-Tore in 15 Versuchen) überzeugte Kruse durch seine uneigennützige Spielweise. So spielte der Altstar vor dem dritten Tor freistehend noch einmal quer - was er selbst aber nicht überbewerten wollte.

"Wenn ich schieße, ist er zu 99 Prozent drin. Wenn ich rüber lege ist er zu 100 Prozent drin - da habe ich mich für die 100 Prozent entschieden", sagte Kruse, für den mittlerweile zwei Tore und drei Vorlagen in der laufenden Saison zu Buche stehen: "Wir sind Team-Sportler und wollen zusammen gewinnen."

Mit solchen Aussagen fördert der 14-malige Nationalspieler seinen Integration bei den Eisernen, zu denen er im Sommer von Fenerbahce Istanbul gewechselt war. Vom 19-maligen türkischen Meister hatte sich Kruse wegen ausstehender Gehaltszahlungen im Streit getrennt, in Berlin musste er dann zunächst eine Knöchelverletzung auskurieren. Dazu kam Kritik von Kruses Ex-Klub Werder Bremen nach den gescheiterten Verhandlungen über seine Rückkehr.

Diese Themen in Kombination mit Kruses Eskapaden der Vergangenheit inklusive seinem Rauswurf aus der Nationalmannschaft vor vier Jahren hatten dafür gesorgt, dass in der Hauptstadt wieder einmal das Bild des Problem-Profis gezeichnet wurde. Doch von der Kritik des Sommers ist im Herbst kaum noch etwas übrig geblieben. Nur das Fitness-Thema wird Kruse nicht los. Aber damit kennt er sich ja bestens aus.

(sid/old)