Union Berlin: Spieler verhindern Platzsturm der eigenen Fans

Nach Derbysieg gegen Hertha : Union-Spieler verhindern Platzsturm der eigenen Fans

Union Berlin hat das Derby gegen Hertha mit 1:0 gewonnen, aber das Treiben von unverbesserlichen Chaoten sorgte für Missstimmung. Nach dem Spiel verhinderten die Union-Profis einen Platzsturm von vermummten Fans aus dem Heimbereich.

Das mit großer Spannung erwartete Berliner Derby zwischen Union und Hertha BSC geriet zum Skandalspiel: Nachdem der 1:0 (0:0)-Sieg des Aufsteigers gegen den Stadtrivalen feststand, wurden wieder zahlreiche Raketen aus dem Hertha-Block in Richtung Union-Spieler abgefeuert.

Gleichzeitig kletterten vermummte Union-Anhänger über den Zaun und liefen in Richtung Spielfeld. Die Union-Profis drängten diese schließlich zurück und verhinderten eine weitere Eskalation.

Kurz nach der Halbzeitpause musste die Partie für mehrere Minuten nach dem Abfeuern mehrerer Leuchtrakten unterbrochen werden. Die Emotionen kochten vor allem auf den Rängen hoch, die Union-Fans feierten den Sieg und skandierten "Stadtmeister". „Die oberste Priorität war, das Spiel zu Ende zu bringen. Wir waren in Kontakt mit der Polizei“, sagte Schiedsrichter Deniz Aytekin. „Mir ging es um die Sicherheit der Spieler“, sagte der Referee. „Das Wichtigste ist, dass keiner verletzt ist. Das hat mit Fußball nichts zu tun“, sagte Aytekin im TV-Sender Sky.

Mann des Abends war Sebastian Polter, der in der 87. Minute den späten Siegtreffer per Foulelfmeter erzielte. Vorausgegangen war ein Foulspiel des Belgiers Dedryck Boyata an Christian Gentner im Strafraum, nach Videostudium wurde der Strafstoß schließlich gegeben.

„Ich verstehe die Emotionen, aber das geht über die Grenzen hinaus“, sagte Hertha-Coach Ante Covic bei Sky über die Randale: „Es war nicht unser Spiel heute Abend. Es lag enormer Druck auf den Spielern, deshalb waren wir gehemmt.“

Auch Herthas Michael Preetz verurteilte die Ausschreitungen. „Wir hätten es uns anders gewünscht, wir hätten uns stimmungsvollere Szenen gewünscht“, sagte der Manager, der ein generelles Problem im Fußball sieht. „Es gibt diesen grundsätzlichen Dissens von Vereinen und Fanlagern, die glauben, dass Pyrotechnik in ein Stadion gehört. Und Vereine glauben das nicht. Es gibt keinen Verband und keinen Verein, der diesem Thema Herr geworden ist. Wir hätten uns andere Szenen gewünscht.“

Mit dem Triumph sammelte Union im Kampf um den Klassenerhalt wichtige Punkte und vergrößerte den Vorsprung auf die Abstiegszone. Hertha blieb zum dritten Mal nacheinander sieglos und steckt im Niemandsland der Tabelle fest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Union-Spieler halten vermummte Randalierer vom Platzsturm ab

(old)