"Zickzack-Zigeunerpack": Uefa-Cup: Randale bei deutschen Auftritten

"Zickzack-Zigeunerpack": Uefa-Cup: Randale bei deutschen Auftritten

Leipzig (rpo). Lediglich das Spiel Hertha BSC gegen Apoel Nikosia ging ohne Krawalle über die Bühne. Die beiden anderen deutschen Begegnungen sorgten dagegen für Randale.

Nach dem schwachen 0:0 im Hinspiel des VfB Stuttgart bei Ferencvaros Budapest setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke gegen prügelnde Fangruppen ein. Bereits vor dem 1:2 von Werder Bremen bei Vitesse Arnheim kam es zu Ausschreitungen in der Innenstadt.

Trotz seines Torgeizes wahrte das Trio seine Chancen auf die 3. Runde und einen teilweise dringend benötigten Geldsegen. Am Dienstag hatte sich Schalke 04 bereits mit 3:2 bei Legia Warschau eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in zwei Wochen beschert.

Nicht nur außerhalb des Feldes mussten die Stuttgarter bei Ferencvaros rüde Attacken einstecken. "Diese Härte ist in der Bundesliga nicht üblich", meinte VfB-Trainer Felix Magath, der bereits am Samstag bei Bayer Leverkusen möglicherweise auf Manndecker Marcelo Bordon (Leistenprobleme) verzichten muss.

Ungarische Ordner prügeln mit

Nachdem VfB-Anhänger ein Plakat mit der Aufschrift "Remember 1954" ausgerollt und "Zickzack-Zigeunerpack" in Richtung der direkt neben ihnen platzierten Budapester Ultra-Fans skandiert hatten, kam es zu Schlägereien. Ungarische Ordner entledigten sich dabei ihres Leibchens und prügelten mit. Bei dem Versuch, die angespannte Lage zu entschärfen, setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke ein. Eine unbekannte Zahl von Zuschauern wurde verletzt.

Rund 30 Bremer "Anhänger" versuchten vor dem Anpfiff in der Arnheimer Innenstadt zu randalieren. Die niederländische Polizei kesselte die Gruppe ein und nahm einen "Fan" vorübergehend in Gewahrsam. Drei Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zu Hause gegen Bayern München boten die Bremer Spieler in der Multifunktions-Arena "Gelredome" unterdessen eine mäßige Leistung. Ausgerechnet Werders Niederländer Frank Verlaat avancierte zum tragischen Helden mit dem Ausgleich für Bremen und dem Eigentor, das seinen Landsleuten den Sieg brachte. "Jetzt können wir zeigen, dass wir aus dieser Situation noch etwas Positives machen können. Im Rückspiel brauche ich eine Mannschaft, die weiß, was sie will", forderte Trainer Thomas Schaaf.

Karwan feierte Premiere

Nach der Trikot-Posse zuletzt im Bundesliga-Heimspiel gegen Leverkusen feierte Hertha BSC-Spieler Bartosz Karwan seine Tor- Premiere und dürfte den Berlinern damit das Weiterkommen so gut wie gesichert haben. Dennoch herrschte bei Hertha nur bedingt Zufriedenheit. "Wir hatten die Chance uns frei zu schießen. Das ist uns nicht gelungen", monierte Manager Dieter Hoeneß.

Trainer Christoph Daum droht mit Austria Wien nach der 0:1- Heimniederlage gegen den FC Porto bereits das Aus. Zittern um den Einzug in die 3. Runde müssen auch die beiden italienischen Vertreter Lazio Rom und AC Parma. Lazio verschaffte sich gegen Roter Stern Belgrad nur ein 1:0-Polster vor heimischer Kulisse, Parma gelang zu Hause gegen Außenseiter Wisla Krakau nur ein 2:1.

Zusammenstöße zwischen Griechen und Türken

Griechische und türkische Fußballfans haben sich am Freitag nach dem UEFA-Pokal-Spiel in Istanbul eine Straßenschlacht geliefert. Nach Polizeiangaben wurden ein Grieche und ein Türke verletzt. Fernsehberichten zufolge schlug ein Streit zwischen griechischen Fußballfans sowie türkischen Ladenbesitzern und Fans vor einem Hotel in ein Handgemenge um. Beide Seiten gingen dann mit Knüppeln und Steinen aufeinander los.

Das Spiel zwischen Panathinaikos Athen und Fenerbahce Istanbul, das Donnerstag mit einem 1:1 unentschieden endete, sollte die angespannte Beziehung zwischen beiden Staaten verbessern helfen. Seit 1974 sind die Nachbarländer drei Mal am Rande eines Konflikts gestanden. Nach schweren Erdbeben 1999 leisteten sich beide Länder jedoch gegenseitig Hilfe.

(RPO Archiv)
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