Faschingsdienstag fiel der Vorhang: Trainer Krautzun bei Mainz 05 entlassen

Faschingsdienstag fiel der Vorhang: Trainer Krautzun bei Mainz 05 entlassen

Mainz (dpa). Für Eckhard Krautzun war schon am Veilchendienstag alles vorbei: Zwei Tage nach der 1:3-Niederlage bei Greuther Fürth zog Fußball-Zweitligist FSV Mainz 05 bei seinem tiefen Fall ans Tabellenende die Reißleine und gab dem 60-jährigen Trainer den Laufpass. Die mit "Erfolglosigkeit" begründete Entscheidung gab FSV- Manager Christian Heidel am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Trainingslager in Bad Kreuznach bekannt.

Dort bereitete sich der vom Abstieg bedrohte Traditionsclub vom Bruchweg auf das Nachholspiel am Mittwoch gegen den MSV Duisburg vor. In diesem Treffen und dem weiteren "Schicksalsspiel" in der "Woche der Wahrheit" (Geschäftsführer Michael Kammerer) am Samstag gegen den Chemnitzer FC wird der Tabellen-17. von Torwart- Trainer Stephan Kuhnert und Jürgen Klopp betreut. Die Mainzer Trennung von Krautzun war bereits der 15. Trainer-Wechsel in dieser Zweitliga-Saison.

"Wir haben nichts an der Arbeitsweise und Auftreten des Herrn Krautzun auszusetzen. Aber wir mussten in unserer prekären Situation einfach ein Signal und Reizpunkte setzen", erklärte der Mainzer Präsident Harald Strutz die "nicht leichte Entscheidung", die auch nach Rücksprache mit dem Mannschaftsrat getroffen worden sei. Die Trennung von Krautzun, der am 21. November 2000 die Nachfolge des ebenso glücklosen Belgiers Rene Vandereycken angetreten hatte, war eine absehbare Folge der dürftigen Punktausbeute. Aus den neun Spielen unter Krautzun holten die Mainzer bei nur einem Sieg und drei Unentschieden gerade mal sechs Zähler.

"Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Mir hat einfach das Glück gefehlt. Ich hätte mir vorstellen können, den Klassenerhalt noch zu schaffen", sagte der "Weltenbummler", für den Mainz bereits seine 15. Trainer-Station war. In der Bundesliga war Krautzun für 1860 München, Tennis Borussia Berlin und den 1. FC Kaiserslautern tätig.

05-Präsident Strutz kündigte an, dass Interimsbetreuer Jürgen Klopp möglicherweise sogar zum Cheftrainer aufrücken könnte. Der 33- jährige Abwehrspieler ist Diplom-Sportlehrer und im Besitz des Trainer-A-Scheins. Weil er derzeit ohnehin verletzt ist, soll der ehemalige Frankfurter Eintracht-Spieler "bis auf weiteres" auf der Mainzer Trainerbank sitzen. Strutz: "Vielleicht wird das eine Dauerlösung."

(RPO Archiv)
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