Ribbeck ist skeptisch gegenüber Rugby-Regeln im Fußball: Teamchef möchte lieber über Abseits diskutieren

Ribbeck ist skeptisch gegenüber Rugby-Regeln im Fußball : Teamchef möchte lieber über Abseits diskutieren

Herzogenaurach (sid). Teamchef Erich Ribbeck hält nicht viel von der Übernahme der "Rugby-Regeln" im Fußball, wonach ein Freistoß um 9,15 m in Richtung gegnerisches Tor verlegt werden kann, wenn sich die durch den Freistoß bestraften Spieler zu unsportlichem Verhalten hinreißen lassen. "Ich bin mal gespannt, wieviele Schiedsrichter das bei Heimmannschaften durchführen. Ich sehe das aus der Praxis. Ich möchte dann mal erleben, wie der Schiedsrichter das macht, wenn zum Beispiel auf dem Betzenberg die Lauterer Mauer zurückgehen soll", sagte der 62 Jahre alte Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft am Rande des EM-Workshops in Herzogenaurach.

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p class="text">Für den erfahrenen Trainer solle der Internationale Fußball-Verband (Fifa) bei Regeländerungen eher in anderer Hinsicht aktiv werden: "Man sollte sich lieber Gedanken machen, wie beispielsweise die Abseitsregel geändert werden kann." Zuletzt hatte es vor allem mit der Auslegung des "passiven Abseits" Probleme gegeben.

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p class="text">Der International Board der Fifa plant indes die mögliche Übernahme der "Rugby-Regel", die gefährliche Torszenen praktisch programmieren könnte. Zukünftig soll ein Freistoß um 9,15 m nach vorne verlegt werden, wenn Spieler dessen Ausführung durch Meckern, Ball wegschlagen, zu kurzen Abstand der Mauer oder Ähnliches behindern sowie durch abwertende Gesten oder Bemerkungen kommentieren. Sollte der Freistoß in solch einem Fall in den Strafraum verlegt werden müssen, soll er möglicherweise vom Elfmeterpunkt getreten werden.

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p class="text">Der für Regelfragen zuständige International Board der Fifa wird über den Vorschlag am kommenden Samstag bei seiner Sitzung im englischen Cliveden beraten. Getestet wurde die Neuerung bereits während der letzten zwei Jahre erfolgreich auf der Kanal-Insel Jersey sowie in unterklassigen englischen Ligen.

Im Rugby existiert längst eine ähnliche Regelung. Wenn der Schiedsrichter einen dem Fußball-Freistoß vergleichbaren Strafkick verhängt und die verteidigende Mannschaft nicht schnell genug den geforderten Abstand einnimmt, wird der Strafkick um zehn Meter nach vorne verlegt.

(RPO Archiv)
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